Eine Schale. Im Dunkel eines Kastens aus Paulownienholz.
Die Hand, die den Ton drehte, ist fort. Der Mund, der vom Rand trank, ist fort. Die Schale bleibt.
Ein Mensch sagt »nichts«. Im Wort sitzt einer, der es denkt. Im Ton sitzt keiner.
Şḳiẓaḳřëu̇ liegt im Kasten.
Erde. Bambus. Eisen. Aus ihnen wurden eine Wand, ein Besen, ein Kessel. Das Feuer ging hindurch. Am Ende die Asche.
Sieben Dinge. In jedem ein Fortgegangener.
茶室 — Lehm
Vier Wände aus Lehm. In den Lehm geknetetes Stroh, sichtbar dort, wo die Hand die Erde gegen das Bambusgeflecht warf. Boden aus Matten, Decke aus Schilf. Die Wand und die Schale aus derselben Erde.
Vier Matten und eine halbe. Rikyū legte das Maß fest. Manche Hütten schrumpften auf zwei, auf anderthalb, bis zwei Menschen einander gegenüberknieten, die Knie fast an den Knien. Das Sōan 草庵, die Strohhütte.
Ein Loch in der Lehmwand, sechsundsechzig Zentimeter im Quadrat, von Rikyū an einer Fischerhütte abgesehen. Das Nijiriguchi 躙口. Daneben die höheren Öffnungen. Das Kininguchi 貴人口 für den, der aufrecht eintritt. Das Sadōguchi 茶道口 für den Wirt. Das Kyūjiguchi 給仕口 für die Speisen. Vier Münder in den Wänden, jeder für einen anderen Eintritt.
Die Matten liegen nach fester Ordnung. Das Temae-datami 点前畳, auf dem der Wirt die Geräte führt. Das Kyaku-datami 客畳, auf dem die Gäste knien. An der Ecke des Wirtsplatzes ein Loch im Boden, Asche darin, Kohle in der Asche. Das Ro 炉. Das Feuer liegt unter der Erde des Raumes.
Der Lehm kam aus dem Boden, auf dem die Hütte steht. Die Hände, die ihn schlugen, sind fort. Die Wände stehen.
In Yamazaki bei Kyōto steht das Tai-an 待庵. Zwei Matten, Lehmwände, ein Ro im Boden. Das einzige Teehaus, das Rikyūs Namen trägt und geblieben ist. Nationalschatz. Vierhundert Jahre, und der Lehm hält.
Şḳiẓaḳřëu̇ steht zwischen der Wand und dem Feuer im Boden.
Ein Haus aus Erde, das Feuer im Boden. Der Lehm blieb. Die Hände gingen.
茶釜 — Eisen
Über dem Feuer im Boden das Eisen. Das Wasser darin steigt, fällt, steigt. Kein Anfang, kein Ende, ein Sieden.
Das Eisen wird über tausend Grad flüssig und in eine Form aus Lehm und Sand gegossen, zwischen den äußeren Mantel und den inneren Kern. Erkaltet, wird die Form zerschlagen. Jeder Kessel läßt eine zerbrochene Form zurück.
Zwei Namen trug das alte Eisen. Ashiya 芦屋 im Westen, Tenmyō 天明 im Osten.
Ashiya, an der Küste von Chikuzen, dem heutigen Fukuoka, seit der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. Dünnes Eisen, feine Linie, glatte Haut, darauf ein Pinienhain oder ein Reiher. Der Adel liebte es. Dann fiel das Haus Ōuchi, der Schirmherr, und um die frühe Edo-Zeit erlosch der Guß. Zweihundertfünfzig Jahre, dann nichts mehr. Von neun Teekesseln, die heute als Wichtiges Kulturgut gelten, sind acht aus Ashiya.
Tenmyō, in Sano im Osten. Raue Haut, raues Eisen. Ashiya glättete das Eisen, Tenmyō ließ es rau.
In Kyōto, am Sanjō Kamanza 三条釜座, hörte der Guß nie auf. Tsuji Yojirō 辻与次郎 goß die Kessel, die Rikyū wollte.
Am selben Ort steht heute das Haus Ōnishi Seiemon 大西清右衛門. Vierhundert Jahre Kessel aus einer Hand. Der sechzehnte trägt den Namen, geboren 1961, seit 1993 im Amt. Er ging dem alten Ashiya-Eisen nach, seiner Mischung, seinem Korn, und fand die verlorene Technik des inneren Kerns wieder, das Hikinakago 挽中子. Die Technik kam zurück. Die Hände, die sie kannten, sind fort.
In Ashiya, am alten Ort, öffnete 1995 ein Haus, das den toten Guß wieder aufnimmt, das Ashiya-gama no Sato 芦屋釜の里. Es spürt die letzten alten Kessel im Land auf, baut die Technik nach, zieht neue Gießer heran. Bis heute sucht es Nachfolger. Ein erloschenes Feuer, an seinem Ort neu entzündet.
Şḳiẓaḳřëu̇ bleibt am Feuer.
Das Eisen kam aus dem Feuer und sitzt auf dem Feuer. Die Kessel singen noch. Die Öfen, die sie gossen, sind kalt.
茶碗 — Feuer
Im Ofen das Feuer. Die Hand dreht den Ton, setzt ihn hinein und tritt zurück. Das Gesicht der Schale gibt das Feuer.
Aus China kamen die ersten, die chinesischen Schalen, Karamono 唐物. Im Kenyō 建窯 in Fujian brannten unter den Song Tausende schwarze Schalen, Tenmoku 天目, ein Wort, das erst in Japan entstand. Der Tee der Song war blaß, das Schwarz hielt ihn.
Unter den Tausenden fiel hier und da, durch einen Zufall im Brand, ein Hof von Sternen in die schwarze Glasur. Yōhen 曜変. Wie der Zufall geschieht, weiß bis heute niemand.
Drei ganze sind geblieben, auf der ganzen Welt nur drei, alle in Japan, alle Nationalschatz. Eine in Tōkyō, eine in Ōsaka, eine in Kyōto, im Ryōkō-in 龍光院 des Daitoku-ji, hinter Mauern, die niemand betritt. Die schwerste Schale der Welt zu sehen.
Der Ofen in Fujian ist längst kalt. Der Töpfer, dem der Stern in die Schale fiel, wußte nicht, was er aus dem Feuer zog.
Dann die koreanischen, Kōraimono 高麗物. Im sechzehnten Jahrhundert kamen Schalen aus Joseon herüber, Reisschalen, Alltagsgut aus den Dorföfen. In einer von ihnen sah Rikyūs Kreis die Teeschale.
Eine davon, ein großes Ido 井戸, wurde als einzige der koreanischen ein Nationalschatz. Sie heißt Kizaemon 喜左衛門 und steht im Kohō-an 孤篷庵, einem Tempel des Daitoku-ji, das Jahr über geschlossen. Ein warmes Gelb, sandiger Ton, am Fuß die gekräuselte Glasur, Kairagi 梅花皮, und die Spur des Messers, mit dem der Fuß beschnitten wurde.
Eine Geschichte hängt an der Schale. Ein Kaufmann in Ōsaka, Takeda Kizaemon, soll sie besessen haben, und an seinem Leib wuchsen Geschwüre. Die Besitzer nach ihm bekamen dieselben, bis hin zum Fürsten Fumai 不昧 und seinem Sohn. 1822 gaben sie die Schale in den Tempel.
Der Töpfer, der sie als Reisschale drehte, meinte sie nicht für den Tee und hinterließ keinen Namen. Die Schale wurde Nationalschatz. Sein Name blieb fort.
Dann die japanischen, Wamono 和物.
In Kyōto formte Chōjirō 長次郎 die ersten, wie Rikyū sie wollte. Keine Scheibe, nur die Hand. Niedriges Feuer. Schwarz oder rot, Raku 楽. Sein Haus steht heute im sechzehnten Geschlecht, der heutige Raku Kichizaemon 樂吉左衛門.
In Hagi am Westmeer setzten koreanische Töpfer nach den Feldzügen in Korea ihre Öfen. Der Brennofen des Fürstentums, das Haus Saka Kōraizaemon 坂高麗左衛門, dessen Name das Wort Korea trägt, und das Haus Miwa 三輪. Zwei Brüder dieses Hauses wurden Lebende Nationalschätze, der zehnte und der elfte Kyūsetsu 休雪. Der elfte, Jusetsu 壽雪, trat den Ton mit den Füßen bis zuletzt und machte jeden Griff mit eigener Hand, ohne Maschine. Er starb mit hundertzwei.
Die Hagi-Schale wandelt über die Jahre ihre Farbe, wie sie benutzt wird, sieben Wandlungen, nanabake 七化け. Die Hand, die sie hält, schreibt sich in die Glasur.
In Karatsu hob Nakazato Muan 中里無庵, der zwölfte Tarōemon 太郎右衛門, das alte Karatsu aus der Erde, grub die toten Öfen auf und fand die koreanische Schlagtechnik wieder, das Tataki 叩き. Lebender Nationalschatz.
In Mino, im Gebirge, brannten Shino und Oribe. Furuta Oribe 古田織部 gab dem einen den Namen. Das Shino 志野 galt lange als Ware aus Seto, bis Arakawa Toyozō 荒川豊蔵 1930 in Ōgaya eine Scherbe aus der Erde zog, weiß, mit dem Fuß eines alten Shino, und am toten Ofenplatz seinen eigenen Ofen baute. Auch er, Lebender Nationalschatz.
Auf der Scheibe gibt die Hand der Schale die Form. Im Ofen gibt das Feuer ihr das Gesicht. Yōhen, Kairagi, die sieben Wandlungen, der Riß im Brand, das setzt das Feuer.
Şḳiẓaḳřëu̇ wurde in zwei Händen gehalten und zurückgestellt.
Die Hände, die diese Schalen formten, sind fort, die meisten ohne Namen. Die Schalen blieben. Hundert Jahre, dreihundert, sechshundert.
茶筅 — Bambus
Ein Besen aus Bambus, aus einem einzigen Rohr geschnitten, das Chasen 茶筅.
Vor rund fünfhundert Jahren, so wird erzählt, bat Murata Jukō 村田珠光 einen Mann in Takayama 高山 um das erste. Der Kaiser soll dem Besen einen Namen gegeben haben, und der Ort trägt seither dieses Zeichen. Bis heute kommen fast alle japanischen Besen von dort.
Ein Rohr wird in zwölf bis vierundzwanzig Streifen gespalten, die Streifen in sechzig bis hundertzwanzig Spitzen, je nach Schule und Gebrauch. Die innere Seite jeder Spitze wird dünn geschält, zur Spitze hin immer dünner. Ajikezuri 味削り, das Geschmacksschälen. In diesem Schnitt sitzt der Geschmack des Tees.
Lange ging das Schälen vom Vater auf einen einzigen Sohn, isshi sōden 一子相伝, ein Geheimnis. Im letzten Jahrhundert brach es. Die Söhne fehlten.
In Takayama sitzen noch die wenigen, die es können. Ein geübtes Paar schält am Tag fünf bis zehn Besen.
Ein Besen hält rund hundert Schalen, dann gibt er nach. Im Frühling wird er zum Tempel gebracht und verbrannt, chasen kuyō 茶筅供養. Die anderen Geräte bleiben, hundert Jahre, dreihundert. Der Besen wird gemacht, damit er vergeht.
Am Ende Asche im Tempelhof.
茶杓 — Ein Stück Bambus, benannt
Aus Bambus auch das Chashaku 茶杓, der Löffel für das Pulver. Eine schmale Zunge, ein Knoten, eine Rinne der Länge nach.
Zuerst war er aus Elfenbein, abgesehen vom chinesischen Teemaß. Jukō, Takeno Jōō 武野紹鴎 und Rikyū gingen zum Bambus über. Weißer Bambus, oder susudake 煤竹, über Jahrzehnte vom Rauch des Herdfeuers dunkel geräuchert, von der Decke alter Bauernhäuser geholt.
Jeder bekommt einen Namen, geschnitten und aufgeschrieben von der Hand, die ihn machte. Nach einer Jahreszeit, einem Wort, einem Toten.
Im zweiten Monat des Jahres 1591, vor dem befohlenen Tod, schnitt Rikyū der Überlieferung nach einen Löffel aus weißem Bambus und gebrauchte ihn beim letzten Teemahl. Er gab ihn Furuta Oribe. Oribe schnitt ein Futteral, ließ ein langes Fenster in die Wand des Rohrs und stellte es aufrecht. Durch das Fenster sah er den Löffel an wie eine Ahnentafel. Namida 泪. Die Träne.
Der Löffel ging von Rikyū an Oribe, von Oribe an das Haus Tokugawa, an das Haus Owari. Heute liegt er im Tokugawa-Museum in Nagoya. Einmal im Jahr, um Rikyūs Todestag, wird er für eine Woche gezeigt.
Oribe betete den Löffel eines Mannes an, der auf Befehl hatte sterben müssen. Jahre später traf ihn derselbe Befehl. Der Löffel und das Futteral blieben.
Ein Stück Bambus, geschnitten, benannt, aufgestellt wie eine Tafel für einen, der nicht mehr da ist. Der Bambus blieb. Die beiden gingen.
棗・茶入 — Lack und Seide
Der Lack kennt kein Feuer. Er härtet in der Zeit, Schicht über Schicht, jede Schicht eine Hand und ein Trocknen.
Aus Lack das Natsume 棗, das Gefäß für den dünnen Tee, schwarz, glänzend, in der Form der Dattel. Das Haus Nakamura Sōtetsu 中村宗哲 macht es für die Senke seit dem siebzehnten Jahrhundert, Lack über Lack.
Aus Ton das Cha-ire 茶入, das Gefäß für den dichten Tee, klein, eine Faust groß, im Ofen gebrannt. Die kostbarsten kamen aus China, Karamono. Drei hießen die drei großen Katatsuki 肩衝. Hatsuhana 初花, Nitta 新田, Narashiba 楢柴. Im Krieg der Feldherren galt jedes mehr als eine Provinz. Alle drei in einer Hand zu halten hieß, das Land zu halten. Nur Hideyoshi hielt einmal alle drei.
Nitta zerbrach im Fall der Burg von Ōsaka. Auf Befehl Ieyasus suchten Lackmeister die Scherben zusammen und fügten sie mit Lack. Heute steht das geflickte Gefäß in einem Museum in Mito.
Narashiba verbrannte im großen Feuer von Meireki, wurde geflickt und verschwand. Seit vierhundert Jahren ist niemand ihm begegnet.
Hatsuhana blieb heil und steht in einer Stiftung in Tōkyō.
Um jedes Cha-ire ein Beutel aus Seide, das Shifuku 仕覆, genäht aus altem chinesischem Tuch, meibutsugire 名物裂. Das Haus Tsuchida Yūko 土田友湖 näht sie für die Senke. Die Seide ist älter als der Ton, den sie umschließt. Sie kam von einem Webstuhl, der lange still steht, von einer Hand, die niemand mehr nennt.
Die Feldherren, die um die kleinen Gefäße Kriege führten, sind fort. Eines verbrannt und verschwunden, eines zerbrochen und geflickt, eines heil. Die Seide, die sie umschloß, ist älter als sie alle.
掛物・茶花 — Tinte und Blume
An der Wand der Nische, des Tokonoma 床の間, ein Blatt, darauf die Tinte eines Mönchs.
Bokuseki 墨蹟, die Spur des Pinsels. Ein Zen-Mönch schrieb sie, für einen Tag gewählt, der lange her ist. Im Ryōkō-in hängt eine, die ein Mönch namens Mittan 密庵 vor achthundert Jahren in China schrieb. Nationalschatz. Die Hand ist seit achthundert Jahren fort. Der Strich steht.
Damit der Strich hängt, spannt ihn ein anderer auf Seide und Papier. Das Haus Okumura Kichibei 奥村吉兵衛, der Montierer der Senke. Der tote Strich hängt an einer lebenden Hand.
Vor dem Strich eine einzige Blume, Chabana 茶花. Heute morgen im Garten geschnitten. Eine Kamelie, ein Zweig der Pflaume, je nach Tag. Am Abend ist sie hin.
An der Wand der Strich eines Toten, der achthundert Jahre bleibt. Davor eine Blume, die einen Tag lebt. Das eine ist da, sein Schreiber nicht. Das andere lebt und ist morgen fort. Beides zugleich, in einem Haus aus Erde, das Feuer im Boden längst aus.
Şḳiẓaḳřëu̇ wartet zwischen der Tinte und der Blume.
Im Dunkel des Kastens bleibt die Schale. Der Strich an der Wand, sein Mönch fort. Die Blume im Wasser, am Abend fort. Die Hände alle fort. Die Dinge bleiben. In ihnen sitzt keiner.
Glossar
Im Folgenden die im Text verwendeten japanischen Begriffe in alphabetischer Reihenfolge, mit Kanji und einer knappen Erklärung.
Ajikezuri 味削り – Das „Geschmacksschälen", der feinste Schnitt am Teebesen; an ihm hängt der Geschmack des geschlagenen Tees.
Arakawa Toyozō 荒川豊蔵 – Töpfer (1894–1985), der 1930 in Mino den alten Shino-Ofenplatz wiederfand; Lebender Nationalschatz.
Ashiya 芦屋 – Frühes Zentrum des Teekesselgusses an der Küste von Chikuzen (heute Fukuoka), seit der Mitte des 14. Jahrhunderts; um die frühe Edo-Zeit erloschen.
Ashiya-gama no Sato 芦屋釜の里 – 1995 gegründete Einrichtung in Ashiya zur Wiederbelebung des alten Gusses.
Bokuseki 墨蹟 – Die Tuschspur, Schriftrolle mit der Kalligraphie eines Zen-Mönchs.
Chabana 茶花 – Die Teeblume in der Nische, eine einzige Blüte, am Morgen geschnitten.
Cha-ire 茶入 – Keramisches Gefäß für das Pulver des dichten Tees, in einem Shifuku verwahrt.
Chasen 茶筅 – Der Bambusbesen zum Schlagen des Pulvertees, aus Takayama.
Chasen kuyō 茶筅供養 – Das Verbrennen ausgedienter Teebesen im Tempel.
Chashaku 茶杓 – Der Teelöffel aus Bambus, Elfenbein oder Holz, oft mit eigenem Namen.
Chōjirō 長次郎 – Erster Töpfer der Raku-Schalen, nach Rikyūs Willen, 16. Jahrhundert.
Furuta Oribe 古田織部 – Teemeister und Daimyō (1544–1615), Schüler Rikyūs, Namensgeber des Oribe; später zum Tod durch eigene Hand befohlen.
Hatsuhana 初花 – Eines der drei großen Katatsuki, heil erhalten, in einer Stiftung in Tōkyō.
Hikinakago 挽中子 – Verlorene Technik der inneren Gußform der Ashiya-Kessel, vom sechzehnten Ōnishi wiedergefunden.
Ido 井戸 – Koreanische Teeschale der Joseon-Zeit, ursprünglich eine Reisschale.
Isshi sōden 一子相伝 – Überlieferung einer Technik vom Vater auf einen einzigen Sohn.
Kairagi 梅花皮 – Die gekräuselte, zusammengezogene Glasur am Fuß einer Schale.
Karamono 唐物 – Geräte chinesischer Herkunft, traditionell besonders wertvoll.
Katatsuki 肩衝 – Teedose mit ausgeprägter Schulter; die drei berühmtesten heißen die drei großen Katatsuki.
Kenyō 建窯 – Die Jian-Öfen in Fujian, wo unter den Song die Tenmoku-Schalen brannten.
Kizaemon 喜左衛門 – Das einzige als Nationalschatz geltende Ido, im Kohō-an.
Kohō-an 孤篷庵 – Tempel des Daitoku-ji, 1612 von Kobori Enshū gegründet, das Jahr über geschlossen.
Kōraimono 高麗物 – Koreanische Teeschalen, im 16. Jahrhundert für den Teeweg entdeckt.
Meibutsugire 名物裂 – Alte chinesische Stoffe, aus denen die Shifuku genäht werden, oft älter als das Gefäß.
Mittan 密庵 – Chinesischer Zen-Mönch des 12. Jahrhunderts; sein Bokuseki im Ryōkō-in ist Nationalschatz.
Murata Jukō 村田珠光 – Frühe Gestalt des Wabi-Tee, 15. Jahrhundert.
Nanabake 七化け – „Sieben Wandlungen", der Farbwandel der Hagi-Schale durch den Gebrauch.
Nakamura Sōtetsu 中村宗哲 – Das Lackmeister-Haus der Senke.
Nakazato Muan 中里無庵 – Zwölfter Tarōemon (1895–1985), der das alte Karatsu wiederbelebte; Lebender Nationalschatz.
Namida 泪 – „Die Träne", Teelöffel, den Rikyū der Überlieferung nach vor seinem Tod schnitt.
Narashiba 楢柴 – Eines der drei großen Katatsuki, im Meireki-Brand verbrannt und seither verschollen.
Natsume 棗 – Lackgefäß für das Pulver des dünnen Tees, in der Form der Dattel.
Nitta 新田 – Eines der drei großen Katatsuki, im Fall der Burg von Ōsaka zerbrochen und mit Lack geflickt.
Ōnishi Seiemon 大西清右衛門 – Das Kesselgießer-Haus der Senke am Sanjō Kamanza, heute in der sechzehnten Generation.
Okumura Kichibei 奥村吉兵衛 – Das Montierer-Haus der Senke, das die Schriftrollen aufzieht.
Raku 楽 – Handgeformte, niedrig gebrannte Schale; das Haus steht heute in der sechzehnten Generation.
Ro 炉 – Der in den Boden eingelassene Herd, von November bis April gebraucht.
Ryōkō-in 龍光院 – Tempel des Daitoku-ji, der ein Yōhen-Tenmoku und das Mittan-Bokuseki hütet, für Besucher geschlossen.
Sadōguchi 茶道口 – Die Tür, durch die der Wirt den Teeraum betritt.
Sanjō Kamanza 三条釜座 – Das Kesselgießer-Viertel in Kyōto.
Senke 千家 – Die drei Häuser der Nachfahren Rikyūs; die zehn Familien, die ihre Geräte fertigen, heißen Senke jisshoku.
Shifuku 仕覆 – Der Seidenbeutel, der das Cha-ire umhüllt.
Shino 志野 – Weiß glasierte Ware aus Mino.
Sōan 草庵 – Die Strohhütte, das kleinste Teeraum-Modell.
Susudake 煤竹 – Bambus, über Jahrzehnte vom Herdrauch dunkel geräuchert.
Tai-an 待庵 – Das einzige Teehaus, das Rikyūs Namen trägt, in Yamazaki; Nationalschatz.
Takeno Jōō 武野紹鴎 – Teemeister des 16. Jahrhunderts, Lehrer Rikyūs.
Tataki 叩き – Koreanische Schlagtechnik des Karatsu.
Tenmoku 天目 – In Japan entstandener Name für die schwarz glasierten Schalen aus China.
Tenmyō 天明 – Östliches Zentrum des Kesselgusses in Sano, für sein raues Eisen bekannt.
Tokonoma 床の間 – Die Bildnische, an deren Wand die Schriftrolle hängt und vor der die Blume steht.
Tsuchida Yūko 土田友湖 – Das Beutelnäher-Haus der Senke.
Wamono 和物 – Geräte japanischer Herkunft.
Yōhen 曜変 – Der seltene Sternglanz im Tenmoku, ein Zufall des Brandes; die Entstehung ist bis heute ungeklärt.
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