Das Wort „Tee“ in den Sprachen der Welt

Das Wort, das wir „Tee“ nennen, reist um die Welt in drei Familien. Die einen Sprachen sagen cha, die anderen te, einige bewahren eigene Wurzeln. Die Linie zwischen ihnen ist keine Linie der Landschaft, sondern der Handelsroute: cha folgt den Karawanen über die Seidenstraße, te folgt den Schiffen der Niederländischen Ostindien-Kompanie aus den Häfen Fujians.

Die folgende Tabelle erfasst 246 Sprachen, sortierbar und filterbar nach Wortfamilie. Eine ausführliche Bemerkung zu Quellen, Methode und Grenzen schließt die Übersicht ab.

Sprache ▲▼ Tee ▲▼ Lateinische Transliteration ▲▼ IPA ▲▼ Anzahl der Sprecher ▲▼ Hauptländer ▲▼ Entlehnt um ▲▼ Anmerkung ▲▼
Chinesisch (Mandarin) chá [ʈʂʰä˧˥] 920.000.000 China, Taiwan, Singapur chaUrsprung aller cha-Formen weltweit. Standardwort seit der Tang-Zeit (8. Jh.); davor älteres 荼 .
Kantonesisch (Yue) cha⁴ (Jyutping) [tsʰaː˨˩] 85.000.000 Guangdong, Hongkong, Macau chaÜber Macau (portugiesische Kolonie ab 1557) Quelle der portugiesischen cha-Form und damit der einzigen westeuropäischen cha-Ausnahme.
Min Nan (Hokkien) tê / té [te˧˥] 49.000.000 Fujian, Taiwan, Südostasien teUrsprung aller te-Formen Europas. Niederländer entlehnten das Wort im 17. Jh. über die Häfen von Xiamen (Amoy) und trugen es nach Westen.
Hakka cha⁴ (Pha̍k-fa-sṳ) [tsʰa˩] 44.000.000 Südchina, Taiwan, südostasiatische Diaspora chaHakka-Migranten brachten den Teeanbau nach Taiwan (frühes 19. Jh.), prägten die Oolong-Industrie im Norden.
Wu (Shanghaiisch) zo (Romanisierung Shanghai) [zo˨˨˧] 80.000.000 Shanghai, Jiangsu, Zhejiang chaStimmhafter Anlaut – charakteristisch für Wu-Dialekte. Zhejiang ist Hauptanbaugebiet von Longjing-Grüntee.
Xiang (Hunanesisch) zo / dzo [tsɔ˩˧] 38.000.000 Hunan chaHunan ist Heimat des Hei-Cha (dunklen Tees) und der Tianjian-Tradition.
Gan cha [tsʰa˩˧] 22.000.000 Jiangxi chaJiangxi ist klassisches Grüntee-Land (Lushan Yunwu).
Japanisch 茶 / お茶 cha / o-cha [t͡ɕa] 125.000.000 Japan 9. Jh. chaAus dem Mittelchinesischen über buddhistische Mönche (Saichō, Kūkai, später Eisai 1191). Höflichkeitspräfix o- im Alltag obligatorisch.
Koreanisch 차 / 다 cha / da [t͡ɕʰa] / [ta] 82.000.000 Korea (Nord/Süd) 7. Jh. chaZwei Lesungen aus verschiedenen Entlehnungsschichten. Da in Komposita (다도 dado — Teeweg), cha als Einzelwort.
Tibetisch ja [t͡ɕa] 6.000.000 Tibet, Bhutan, Nepal, Indien 7. Jh. chaFrühe Entlehnung aus dem Chinesischen, traditionell mit der Heirat der Prinzessin Wencheng (641) verknüpft. Archäologische Funde belegen Teekonsum in Westtibet allerdings schon ca. 200 v. Chr.
Dzongkha (Bhutanesisch) ja [d͡ʑa] 640.000 Bhutan chaMit tibetischem Schriftsystem geteilt; Buttertee (suja, སུ་ཇ་) ist nationales Getränk.
Yi (Nuosu) la / lap [la˧] 2.000.000 Sichuan, Yunnan eigenständigEigenständige Wurzel; Yi-Sprecher leben im Mutterland des wilden Teebaums. Mögliche Verbindung zum proto-sino-tibetischen *s-la (Blatt).
Bai cuat / tsuat cuat [t͡sua˦˨] 1.200.000 Yunnan (Dali) chaBai-Gebiet (Dali) ist Heimat des Drei-Tassen-Tees (三道茶).
Uigurisch چاي chay [t͡ʃaj] 10.000.000 Xinjiang (China), Kasachstan chaDirekter Übernahmeweg aus dem Chinesischen, in arabischer Schrift.
Kasachisch шай shay [ʃɑj] 22.000.000 Kasachstan, China, Mongolei chaAnlaut /ʃ/ – kennzeichnend für Kiptschak-Turksprachen. Milchtee (sütli shay) ist Nationalgetränk.
Usbekisch choy choy [t͡ʃɔj] 35.000.000 Usbekistan chaTee mit Lammfett (choyhona — Teehaus) ist soziale Institution Zentralasiens.
Kirgisisch чай chay [t͡ɕaj] 5.100.000 Kirgisistan chaÜber russischen und usbekischen Einfluss; in nomadischer Tradition mit Milch und Salz.
Turkmenisch çaý çaý [t͡ʃaːj] 7.000.000 Turkmenistan chaPersisch geprägter Konsum (grüner Tee in flachen Schalen), Wortform jedoch turkisch.
Aserbaidschanisch çay çay [t͡ʃaj] 23.000.000 Aserbaidschan, Nordiran chaEigener Teeanbau in Lənkəran/Astara seit Ende des 19. Jh. (russisches Kolonialprojekt).
Türkisch çay çay [t͡ʃaj] 88.000.000 Türkei, Zypern, Balkan 16. Jh. chaÜber das Persische in osmanischer Zeit. Heimischer Anbau erst nach 1924 in Rize am Schwarzen Meer; heute höchster Pro-Kopf-Konsum der Welt.
Mongolisch цай / ᠴᠠᠢ tsai [t͡sʰɛː] 5.700.000 Mongolei, Innere Mongolei (China) 13. Jh. chaYuan-Dynastie-Zeit; mongolische Herrscher übernahmen Tee in Ziegelform für Karawanenhandel. Süütei tsai (Milchtee mit Salz) ist Alltagsgetränk.
Burjatisch сай say [saj] 300.000 Burjatien (Russland), Mongolei chaStimmloser Anlaut /s/ statt /ts/ – burjatische Lautverschiebung.
Kalmückisch цә tsä [t͡sʰə] 80.000 Kalmückien (Russland) chaWestmongolisch; Kalmücken brachten ihren Buttertee bis an die untere Wolga. „Kalmückischer Tee" als Begriff in Dagestan und im Kaukasus geläufig.
Mandschurisch ᠴᠠᡳ cai [t͡ʃai] 20 (Muttersprachler) Heilongjiang (China) 17. Jh. chaSprachlich nahezu erloschen, kulturell Sprache der Qing-Dynastie. Über das Chinesische entlehnt.
Persisch چای chāy [t͡ʃɒːj] 70.000.000 Iran 15.–16. Jh. chaÜber die Seidenstraße aus Nordchinesisch. Drehscheibe für Weiterverbreitung nach Russland, in die Türkei und auf den Balkan.
Dari (Afghanisch-Persisch) چای chāy [t͡ʃɑːj] 21.000.000 Afghanistan chaGrüner Tee (chāy sabz) und schwarzer Tee (chāy siyāh) gleichermaßen verbreitet.
Tadschikisch чой choy [t͡ʃɔj] 8.500.000 Tadschikistan chaPersisch in kyrillischer Schrift; Aussprache verschmilzt mit usbekischem Substrat.
Paschtu چای chāy [t͡ʃaːj] 60.000.000 Afghanistan, Pakistan chaDrei-Tee-Tradition (kahwah, grüner Tee, gewürzter Tee) in paschtunischen Stammesgesellschaften.
Kurdisch (Soranî) چا cha [t͡ʃaː] 35.000.000 Irak, Iran, Türkei, Syrien chaÜber das Persische; Teehäuser (çayxane) sind zentrale soziale Orte kurdischer Städte.
Hindi चाय chāy [t͡ʃaːj] 600.000.000 Indien chaÜber das Persische in der Mogulzeit. Masala chai als Konzept entstand erst Anfang des 20. Jh. unter britischer Werbekampagne.
Urdu چائے chā'e [t͡ʃaːe] 230.000.000 Pakistan, Indien chaMit Hindi sprachlich praktisch identisch, in arabischer Schrift. Doodh patti – Milchtee aus Punjab und Sindh.
Bengalisch চা cha [t͡ʃa] 270.000.000 Bangladesch, Westbengalen (Indien) chaAnders als Hindi ohne /j/-Endung – Anzeige eines anderen Übernahmewegs (vermutlich direkter Hokkien-Kontakt im Hafen Chittagong).
Marathi चहा chahā [t͡ʃəɦaː] 95.000.000 Maharashtra (Indien) chaEinzigartige Form mit /h/-Einschub – evtl. Einfluss älterer dravidischer Substratformen.
Punjabi ਚਾਹ chāh [t͡ʃaːɦ] 125.000.000 Indien (Punjab), Pakistan chaIn Gurmukhi-Schrift (indisches Punjab) bzw. Shahmukhi (pakistanisches Punjab).
Gujarati ચા chā [t͡ʃaː] 56.000.000 Gujarat (Indien) chaÜber Hindi und Marathi vermittelt.
Nepalesisch चिया chiyā [t͡ʃiˈja] 25.000.000 Nepal, Sikkim, Darjeeling chaEigener Anbau in Ilam ab den 1860ern als Reaktion auf Darjeeling. Chiyā mit /i/-Einschub.
Russisch чай chay [t͡ɕæj] 258.000.000 Russland, GUS-Staaten 1638 chaGeschenk des mongolischen Altan Khan an Zar Michail Fjodorowitsch. Karawanenroute über Kjachta; daher cha- statt te-Form.
Ukrainisch чай chay [t͡ʃɑj] 33.000.000 Ukraine chaÜber das Russische; im Westen der Ukraine konkurriert herbata (polnischer Einfluss, te-Form).
Belarussisch чай chay [t͡ʂɑj] 5.000.000 Belarus chaÜber das Russische.
Serbisch чај / čaj čaj [t͡ʃâːj] 7.000.000 Serbien, Bosnien, Montenegro chaÜber das Türkische in osmanischer Zeit. Kyrillisch und lateinisch parallel.
Kroatisch čaj čaj [t͡ʃâːj] 5.500.000 Kroatien chaMit Serbisch sprachlich praktisch identisch, andere Orthographie und Konfession.
Bulgarisch чай chay [t͡ʃaj] 8.000.000 Bulgarien chaÜber das Türkische bzw. Russische; doppelte Quelle wegen historischer Lage.
Mazedonisch чај čaj [t͡ʃaj] 2.000.000 Nordmazedonien chaMit Bulgarisch eng verwandt.
Slowenisch čaj čaj [t͡ʃáːi̯] 2.500.000 Slowenien chaAusnahme im südwestlichen Slawentum: trotz Nähe zum italienischen wurde die südslawische cha-Form übernommen.
Georgisch ჩაი č'ai [t͡ʃʼɑi] 3.700.000 Georgien chaEigener Anbau in Westgeorgien (Adscharien, Gurien) seit 1893; war Hauptlieferant für die Sowjetunion.
Tschetschenisch чай çay [t͡ʃaj] 1.400.000 Tschetschenien (Russland) chaÜber das Russische und Türkische gleichermaßen.
Abchasisch ачаи a-čay [at͡ʃaj] 130.000 Abchasien chaMit obligatorischem nominalen Präfix a-. Abchasien war wichtiges Teeanbaugebiet der Sowjetära.
Arabisch (Modernes Hocharabisch) شاي shāy [ʃaːj] 370.000.000 arabische Welt (22 Staaten) 17. Jh. chaAnlaut /ʃ/ statt /t͡ʃ/ – arabische Phonologie kennt das Phonem /t͡ʃ/ traditionell nicht. Über das Türkische bzw. Persische.
Arabisch (Ägyptisch) شاي shāy [ʃaːj] 100.000.000 Ägypten chaSchwarzer Tee mit reichlich Zucker und Minze (shāy bi-na'na') ist Alltagsgetränk.
Arabisch (Marokkanisch) أتاي atay [ataj] 35.000.000 Marokko, Westsahara chaAusnahmeform mit a-Präfix, vermutlich von berberischer Phonologie geprägt. Gilt zugleich als te-Reflex.
Amharisch (Äthiopisch) ሻይ shay [ʃaj] 57.000.000 Äthiopien chaÜber das Arabische. In Äthiopien wird Tee oft mit Gewürzen (Nelken, Kardamom) zubereitet.
Swahili chai chai [ˈt͡ʃa.i] 200.000.000 Kenia, Tansania, Uganda, Kongo chaÜber das Arabische in der Suaheli-Küste (Sansibar, Mombasa). Kenia heute zweitgrößter Teeexporteur der Welt.
Griechisch τσάι tsái [ˈt͡sa.i] 13.500.000 Griechenland, Zypern chaÜber das Türkische, daher cha- und nicht te-Form trotz westlicher Mittelmeerlage. Daneben bildungssprachlich τέιον (teïon, te-Form) für Camellia sinensis.
Albanisch çaj çaj [t͡ʃaj] 7.500.000 Albanien, Kosovo, Nordmazedonien chaÜber das Türkische. Çaj mali (Bergtee) ist landestypisches Kräutergetränk.
Portugiesisch chá chá [ʃa] 260.000.000 Portugal, Brasilien, Angola, Mosambik 16. Jh. chaEinzige große westeuropäische Sprache mit cha-Form. Grund: portugiesischer Handel lief über Macau (Kantonesisch), nicht über Hokkien-Häfen.
Galicisch chá chá [t͡ʃa] 2.400.000 Galicien (Spanien) chaMit Portugiesisch eng verwandt; Spanien selbst nutzt (te-Form).
Niederländisch thee thee [teː] 25.000.000 Niederlande, Belgien, Suriname 17. Jh. teKnotenpunkt aller europäischen te-Formen. Die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) brachte Tee ab 1610 aus Hokkien-Häfen (Xiamen/Amoy) nach Europa. Frühere Schreibung tee, in der Standardorthographie heute thee.
Afrikaans tee tee [tiə] 7.200.000 Südafrika, Namibia 17. Jh. teDirekter niederländischer Reflex über die Kapkolonie ab 1652. Rooibos (Aspalathus linearis) wird zwar Tee genannt, ist botanisch jedoch kein Tee.
Englisch tea tea [tiː] 1.450.000.000 GB, USA, Indien, Australien u. v. m. 1655 teAus dem Niederländischen thee. Frühe Belege als tay, tey; Aussprache bis ins 18. Jh. /teː/, dann durch den Great Vowel Shift zu /tiː/. Wort chai erst im 20. Jh. erneut aus dem Hindi übernommen.
Deutsch Tee Tee [teː] 95.000.000 Deutschland, Österreich, Schweiz 17. Jh. teÜber das Niederländische, zunächst Thee geschrieben. Ostfriesische Teekultur ab ca. 1675 prägt deutschsprachige Teegewohnheiten bis heute.
Niederdeutsch (Plattdüütsch) Tee Tee [teː] 2.500.000 Norddeutschland, Niederlande (Grenzgebiet) 17. Jh. teHafenstädte Bremen und Hamburg waren neben Amsterdam zentrale Drehscheiben des frühen Teeimports.
Westfriesisch tee tee [teː] 470.000 Provinz Friesland (Niederlande) 17. Jh. teFriesische Sprachen pflegen eigenständige Lautformen trotz niederländischer Lehnschicht.
Luxemburgisch Téi Téi [teː] 390.000 Luxemburg 17. Jh. teÜber das Deutsche bzw. Niederländische in moselfränkischer Lautung.
Jiddisch טיי tey [tej] 600.000 Israel, USA, weltweite Diaspora 17. Jh. teÜber das Deutsche; im osteuropäischen Jiddisch konkurrierend mit tshay aus dem Slawischen.
Dänisch te te [tʰeˀ] 6.000.000 Dänemark, Färöer, Grönland 17. Jh. teÜber die Dänische Ostindien-Kompanie (gegr. 1616), Konkurrent der VOC.
Schwedisch te te [teː] 10.000.000 Schweden, Finnland (Minderheit) 17. Jh. teSchwedische Ostindien-Kompanie (1731–1813) machte Göteborg vorübergehend zum wichtigsten Teehafen Europas.
Norwegisch te te [teː] 5.300.000 Norwegen 17. Jh. teÜber das Dänische in der Zeit der dänisch-norwegischen Union.
Isländisch te te [tʰɛː] 350.000 Island teÜber das Dänische; Tee in Island bis ins 20. Jh. eher Heißgetränk aus Kräutern (jurtate).
Färöisch te te [tʰeː] 70.000 Färöer teÜber das Dänische.
Französisch thé thé [te] 310.000.000 Frankreich, Kanada (Québec), Belgien, Schweiz, Westafrika 1635 teTee erreichte Paris früher als London (1635 als Heilmittel beworben). Schreibung thé mit stummem h spiegelt latinisierte Form thea.
Italienisch [tɛ] 65.000.000 Italien, San Marino, Schweiz (Tessin) 17. Jh. teAkzentschrift unterscheidet vom unbetonten Pronomen te („dir").
Spanisch [te] 490.000.000 Spanien, Lateinamerika (ohne Brasilien) 17. Jh. teAkzent trennt vom Pronomen te. Verbreitung in Lateinamerika konkurriert in Anden- und Río-de-la-Plata-Regionen mit mate (Yerba-Mate-Aufguss).
Katalanisch te te [tɛ] 10.000.000 Katalonien, Valencia, Balearen, Andorra 17. Jh. teÜber das Spanische bzw. Französische.
Okzitanisch [tɛ] 200.000 Südfrankreich, Aran (Spanien), Piemont (Italien) teÜber das Französische.
Rumänisch ceai ceai [t͡ʃaj] 24.000.000 Rumänien, Moldau chaRomanische Ausnahme: trotz lateinischer Schwestersprachen folgt Rumänisch dem osmanisch-slawischen Raum mit cha-Form. Über das Türkische bzw. Russische.
Sardisch [tɛ] 1.000.000 Sardinien teÜber das Italienische.
Korsisch [tɛ] 150.000 Korsika teEng mit dem Italienischen verwandt.
Irisch (Gaeilge) tae tae [t̪ˠeː] 1.800.000 Irland 18. Jh. teÜber das Englische. Irland hat heute den weltweit höchsten Pro-Kopf-Konsum nach der Türkei.
Schottisch-Gälisch [tʰiː] 60.000 Schottland (Highlands, Hebriden) teÜber das Englische.
Walisisch te te [teː] 880.000 Wales teÜber das Englische.
Bretonisch te te [teː] 210.000 Bretagne (Frankreich) teÜber das Französische.
Manx (Manxisch) tey tey [tʰeː] 2.200 Isle of Man teRevitalisierte Sprache; über das Englische.
Finnisch tee tee [ˈteː] 5.500.000 Finnland teÜber das Schwedische. Dialektal konkurriert tsaikka/tsaiju (cha-Reflex) aus russischem Substrat in Karelien.
Estnisch tee tee [teː] 1.100.000 Estland teÜber das Deutsche bzw. Schwedische. Homonym mit tee („Weg").
Ungarisch tea tea [ˈtɛɒ] 13.000.000 Ungarn, Rumänien (Siebenbürgen), Slowakei 17. Jh. teÜber das Deutsche; ungewöhnlich für die Region (Nachbarn Rumänisch und Slawisch sind cha-systemig). Schreibung tea spiegelt latinisierte Botanikform thea.
Armenisch թեյ t'ey [tʰej] 7.000.000 Armenien, Diaspora teAuffallend im sonst durchgehend cha-systemigen Kaukasus. Vermutung: Übernahme nicht über Persisch/Türkisch, sondern über französische Missionare oder mittelmeerische Handelsrouten.
Arabisch (Marokkanisch / Darija) أتاي atāy [a.taːj] 35.000.000 Marokko, Westsahara, Mauretanien 18. Jh. teAnders als der übrige arabische Sprachraum (شاي shāy, cha-Form): Marokko bezog Tee über englische und niederländische Schiffe im atlantischen Handel. Berberisches Präfix a-. Grüner Pfefferminztee (atāy bi-na'na') ist Nationalgetränk.
Berberisch (Tamazight) atay / ⴰⵜⴰⵢ atay [a.taj] 14.000.000 Marokko, Algerien, Libyen, Mali, Niger teQuelle der marokkanisch-arabischen Form. Tifinagh-Schrift wird in Marokko und unter Tuareg verwendet.
Hassaniya-Arabisch أتاي atāy [a.taːj] 3.000.000 Mauretanien, Westsahara, Mali, Senegal teTee-Drei-Phasen-Ritual der Sahara (grün, bitter / mittel / süß) ist soziale Norm der Tuareg- und Maurenkultur.
Tamil தேநீர் / டீ tēnīr / ṭī [t̪eːniːr] / [ʈiː] 85.000.000 Tamil Nadu (Indien), Sri Lanka, Singapur, Malaysia teTēnīr wörtlich „Honig-Wasser" (Lehnbildung); ṭī direkt aus dem Englischen. Südindien folgt der Hafenstadt-te-Linie, anders als das Hindi-cha-Gebiet.
Malayalam തേയില / ചായ tēyila / cāya [t̪eːjila] / [t͡ʃaːja] 37.000.000 Kerala (Indien) teDoppelung: tēyila („Tee-Blatt", te-Form) für die Pflanze, cāya (cha-Form aus Hindi) für das Getränk.
Singhalesisch තේ [teː] 17.000.000 Sri Lanka teSri Lanka ist heute der drittgrößte Teeexporteur der Welt; eigener Anbau seit 1867 nach Zusammenbruch der Kaffeeproduktion.
Telugu తేయాకు / టీ tēyāku / ṭī [t̪eːjaːku] / [ʈiː] 95.000.000 Andhra Pradesh, Telangana (Indien) teTēyāku „Tee-Blatt"; ṭī über Englisch.
Kannada ಚಹಾ / ಟೀ cahā / ṭī [t͡ʃəɦaː] / [ʈiː] 44.000.000 Karnataka (Indien) chaKannada gehört trotz südindischer Lage zur cha-Form (über Marathi); ṭī als jüngere englische Schicht.
Indonesisch (Bahasa Indonesia) teh teh [teh] 200.000.000 Indonesien teDirekt aus dem Hokkien-Chinesischen über die Han-Diaspora in Niederländisch-Ostindien. Java ist seit dem 19. Jh. eines der weltweit großen Teeanbaugebiete.
Malaysisch teh teh [teh] 33.000.000 Malaysia, Brunei, Singapur teTeh tarik („gezogener Tee") mit Kondensmilch ist Nationalgetränk.
Javanisch téh téh [teh] 82.000.000 Java (Indonesien) teAuf Java wird Tee traditionell süß und stark gebrüht (teh manis) zum Reisgericht serviert.
Sundanesisch téh téh [teh] 42.000.000 Westjava (Indonesien) teWestjava (insb. Bandung, Garut) ist Kerngebiet des indonesischen Teeanbaus.
Tagalog (Filipino) tsaa tsaa [t͡ʃaʔa] 90.000.000 Philippinen chaAuffallend cha-systemig in einer ansonsten te-systemigen Region. Quelle: Hokkien-Diaspora in Manila ab dem 16. Jh., nicht der niederländische Handel.
Cebuano tsa tsa [t͡ʃa] 28.000.000 Visayas, Mindanao (Philippinen) chaWie Tagalog über die chinesische (Hokkien-/Hakka-)Diaspora.
Tschechisch čaj čaj [t͡ʃaj] 10.500.000 Tschechien chaSlawisches cha-System trotz westeuropäischer Lage und österreichischer Kulturschicht. Über das Russische bzw. Polnische (čaj-Variante).
Slowakisch čaj čaj [t͡ʃaj] 5.200.000 Slowakei chaMit Tschechisch nahezu identisch.
Lettisch tēja tēja [ˈtɛːja] 1.500.000 Lettland teÜber das Deutsche bzw. Schwedische, anders als das benachbarte Litauische (das eine herba-thea-Form übernahm).
Vietnamesisch trà / chè trà / chè [t͡ɕaː˨˩] / [t͡ɕɛ˨˩] 85.000.000 Vietnam chaDoppelform aus zwei chinesischen Entlehnungsschichten: trà (literarisch, sino-vietnamesisch) und chè (umgangssprachlich, auch „süße Suppe"). Vietnam ist heute weltweit fünftgrößter Teeproduzent.
Esperanto teo teo [ˈte.o] 100.000 (geschätzt) weltweit (Plansprache) 1887 teZamenhof übernahm 1887 die westeuropäische te-Form, ergänzt durch das nominale Suffix -o.
Hebräisch תה te [te] 9.500.000 Israel teModernes Hebräisch übernahm die te-Form aus europäischen Quellen (Deutsch, Französisch), nicht die cha-Form des umgebenden arabischen Raums.
Maltesisch [tɛ] 520.000 Malta teAuffallend in einer semitischen Sprache: über das Italienische bzw. Englische, nicht aus der arabischen cha-Linie. Spiegelt Maltas mediterrane Handelsorientierung.
Maori [tiː] 186.000 Neuseeland 19. Jh. teÜber das Englische der Kolonialzeit.
Hawaiianisch [kiː] 25.000 Hawaii (USA) 19. Jh. teHawaiianische Phonologie kennt /t/ nicht; daher /k/ als nächstgelegene Annäherung an englisches tea. König Kalākaua nahm 1881 als erster regierender Monarch der Welt eine Weltreise auf und trank mit Queen Victoria im Schloss Windsor Tee — der hawaiianische Hof übernahm danach britische Tee-Etikette als bewusste Geste internationaler Diplomatie. Königin Kapiʻolani reiste 1887 zum Goldenen Thronjubiläum Victorias nach.
Yoruba tíì tíì [tíì] 47.000.000 Nigeria, Benin, Togo teÜber das Englische der britischen Kolonialzeit.
Igbo tii tii [tiː] 27.000.000 Nigeria teÜber das Englische.
Hausa shayi shayi [ʃaːji] 80.000.000 Nigeria, Niger, Tschad, Sudan chaHausa ist in Westafrika cha-systemig (über das Arabische), anders als das südliche Yoruba/Igbo-Gebiet, das die englische te-Form übernahm.
Polnisch herbata herbata [xɛrˈbata] 45.000.000 Polen 17. Jh. eigenständigAus dem Neulatein herba thea („Tee-Kraut"), wobei thea aus dem Niederländischen thee kommt. Tee wurde in Polen im 17. Jh. zunächst als Apothekenkraut eingeführt — daher die gelehrte lateinische Form statt einer direkten Volksentlehnung. Teekanne dagegen heißt czajnik (cha-Form, aus dem Russischen).
Litauisch arbata arbata [ɐrˈbatɐ] 3.000.000 Litauen eigenständigÜber das Polnische, aus herba thea. In der samogitischen Variante erbata. Bemerkenswert in einem ansonsten cha-systemigen (Russland) und te-systemigen (Lettland) Sprachumfeld.
Belarussisch (Variante) гарбата harbáta [ɣarˈbata] 5.000.000 Belarus eigenständigWestbelarussische Variante neben dem in Batch 1 verzeichneten чай (russisch geprägt). Aus dem Polnischen.
Kaschubisch arbata arbata [arˈbata] 110.000 Pommern (Polen) eigenständigAus dem Polnischen, jedoch ohne anlautendes h-. Kaschubisch ist trotz geographischer Nähe zum Polnischen eine eigenständige slawische Sprache.
Birmanisch (Myanmar) လက်ဖက် lakphak / lahpet [ləpʰɛʔ] 33.000.000 Myanmar eigenständigAus proto-sino-tibetisch *s-la („Blatt, Tee") + ဖက် (hpak, „Blatt"). Bezeichnet sowohl die Pflanze als auch fermentierte Teeblätter (lahpet so), die als Speise serviert werden. Das Getränk heißt lahpet-yei („Tee-Wasser"). Myanmar gehört zur botanischen Heimat des Teestrauchs.
Wa (Parauk) miiem / la miiem / la [miːəm] / [la] 900.000 Myanmar (Wa-Staat), Yunnan eigenständigDoppelte Unterscheidung: miiem für wilden Bergtee, la für anderswo gekauften Tee. Wa-Gebiet liegt im Zentrum der teebotanischen Wiege; vermutlich Quelle der austroasiatischen Wurzel *la, aus der letztlich auch das chinesische 茶 stammt.
Bulang (Blang) la la [la] 120.000 Yunnan (Xishuangbanna) eigenständigBulang-Bauern auf dem Bulang-Berg sind seit über 1000 Jahren Kerngruppe der Pu'er-Tee-Produktion. Mon-Khmer-sprachig, mit Wa und Palaung verwandt.
De'ang (Palaung) la la [la] 560.000 Yunnan, Myanmar (Shan-Staat) eigenständigDe'ang gelten in chinesischen Quellen als „die ältesten Tee-Pflücker" (古老茶农). Saure fermentierte Teeblätter (suan cha) sind ethnische Spezialität.
Lamet meng meng [mɛŋ] 17.000 Laos eigenständigBezeichnet spezifisch fermentierte Teeblätter (zum Essen). Mon-Khmer-sprachig, mit dem Thai-Wort miang verwandt.
Khmu la la [laː] 650.000 Laos, Vietnam, China, Thailand eigenständigMon-Khmer-Sprache aus der direkten austroasiatischen Heimat.
Mon ဍာ်လက်ဖက် dak lakphak [ɗɔˀ ləpʰɛʔ] 800.000 Myanmar, Thailand eigenständigAus dem Birmanischen entlehnt; dak bedeutet „Wasser". Mon-Schrift teilt birmanisches Alphabet.
Thai ชา chaa [t͡ɕʰaː˧] 70.000.000 Thailand chaÜber die chinesische Diaspora entlehnt (besonders Hokkien- und Teochew-Sprecher). Daneben miang für fermentierte Teeblätter — vermutlich austroasiatisches Substratwort aus der Region.
Lao (Laotisch) ຊາ [saː˨˦] 30.000.000 Laos, Nordost-Thailand chaÜber das Thai bzw. direkt aus dem Südchinesischen. Stimmlose Aussprache /s/ statt /tɕʰ/ – laotische Phonologie kennt keine Affrikaten.
Shan (Dehong/Tai Nüa) ၼမ်ႉၼဵင်ႈ / ၸႃႇ nam-neng / ca [nam˧ neŋ˨] / [t͡saː] 3.300.000 Shan-Staat (Myanmar), Yunnan chaNam-neng wörtlich „Wasser-Tee", traditionelle Bildung; ca jüngere chinesische Entlehnung.
Tai Lü (Dai) ᦟᦱᧉ / ᦋᦱ laa / caa [laː˨] / [t͡saː] 700.000 Xishuangbanna (Yunnan), Laos, Myanmar eigenständigLaa (austroasiatisches Substratwort) und caa (chinesische Entlehnung) koexistieren. Tai-Lü-Gebiet ist Kerngebiet der Pu'er-Tee-Produktion.
Zhuang caz caz [t͡saː˨] 14.000.000 Guangxi (China) chaZhuang-Latinisierung verwendet Endkonsonanten als Tonmarker. Liubao-Tee aus Guangxi liegt im Zhuang-Sprachgebiet.
Bouyei (Buyi) xaz xaz [ɕaː] 2.700.000 Guizhou (China) chaMit Zhuang eng verwandt. Guizhou ist heute Chinas größte Teeanbauprovinz nach Fläche.
Lisu ꓟꓳꓹ / lapha lapha [la˧ pʰa˧] 1.300.000 Yunnan, Myanmar, Thailand eigenständigErkennbar verwandt mit birmanisch lahpet, beide aus proto-sino-tibetischer Wurzel *s-la.
Lahu la la [la˧] 750.000 Yunnan, Myanmar, Thailand, Laos eigenständigLahu-Bauern in Lancang sind eine der zentralen Pu'er-produzierenden Gruppen.
Hani (Akha) laqbaq laqbaq [la˩ ba˩] 1.700.000 Yunnan, Myanmar, Laos, Thailand, Vietnam eigenständigHani-Reisterrassen von Yuanyang sind UNESCO-Welterbe; daneben pflegen Hani auch die ältesten kultivierten Teegärten der Welt (Jingmai-Berg, 14. Jh.).
Naxi ꀊꇇ / ʰa˧˧ ha [ha˧] 300.000 Yunnan (Lijiang) eigenständigNaxi-Sprache verwendet Dongba-Piktogrammschrift. Naxi-Gebiet Lijiang war wichtige Station auf der Tee-Pferde-Straße.
Jingpo (Kachin) phalap phalap [pʰa˧ lap˩] 940.000 Yunnan, Kachin (Myanmar) eigenständigMit birmanisch lahpet verwandt, mit umgekehrter Silbenfolge. Jingpo-Land grenzt direkt an den birmanischen Shan-Staat.
Yi (Liangshan-Standard) la [la˧] 2.000.000 Sichuan, Yunnan eigenständigEintrag ergänzt zum Yi-Eintrag in Batch 1. Yi-Schrift (彝文) wurde 1980 standardisiert.
Khmer (Kambodschanisch) តែ tae [tae] 17.000.000 Kambodscha teIm Khmer dominiert die te-Form, vermutlich über chinesische Hokkien-Diaspora oder französische Kolonialzeit. Daneben informell chea (cha-Form) aus dem Chinesischen.
Hmong tshuaj yej tshuaj yej [t͡sʰua˧ jɛ˧] 5.000.000 China, Vietnam, Laos, Thailand, USA eigenständigWörtlich „Heilkraut-Aufguss". Hmong haben kein eigenes Wort für Tee als Getränk; verwendet wird die Krautmedizin-Bezeichnung.
Mien (Yao) zah zah [zaː˩] 1.200.000 Südchina, Vietnam, Laos, Thailand chaAus dem Chinesischen entlehnt; stimmhafter Anlaut spiegelt Mien-Phonologie.
Assamesisch চাহ sah [xaɦ] 15.000.000 Assam (Indien) chaAssam-Tee-Plantagen sind die größte zusammenhängende Teeanbauregion der Welt. Die Pflanze Camellia sinensis var. assamica wurde 1823 von Robert Bruce dort als wilde Population identifiziert.
Odia (Oriya) ଚା cha [t͡ʃaː] 38.000.000 Odisha (Indien) chaÜber das Bengalische bzw. Hindi.
Kashmiri چاے chai / kahwah [t͡ʃaːj] 7.000.000 Jammu und Kaschmir (Indien, Pakistan) chaKahwah ist die berühmte gewürzte Variante (Safran, Mandel, Kardamom); nun chai (Salztee) ist die rosafarbene Alltagsvariante.
Sindhi چانهن chānh [t͡ʃaːɳɦ] 35.000.000 Sindh (Pakistan), Indien chaMit Marathi vergleichbare /h/-erweiterte Form.
Dhivehi (Maledivisch) ސައި sai [saj] 340.000 Malediven chaÜber das Arabische bzw. das benachbarte Singhalesische (jedoch in cha-Form, nicht te-Form). Spezielle Thaana-Schrift wird von rechts nach links geschrieben.
Jakutisch (Sacha) чэй cəy [t͡ɕej] 450.000 Jakutien (Russland) chaTürkisch-sibirische Sprache; Form über das Russische, beeinflusst von jakutischer Vokalharmonie.
Tuvinisch шай shay [ʃaj] 280.000 Tuwa (Russland), Mongolei chaAnlaut /ʃ/ – typisch südsibirisch-mongolisch. Salzbuttertee gehört zur Alltagsküche.
Chakassisch (Khakas) чай çay [t͡ʃaj] 42.000 Chakassien (Russland) chaTürksprachig, über das Russische.
Ewenkisch чай çay [t͡ʃaj] 17.000 Russland, China, Mongolei chaTungusisch; über das Russische. Sprache der nomadischen Rentierhalter Nordsibiriens.
Dolganisch чай çay [t͡ʃaj] 1.100 Taimyr (Russland) chaTürksprachig, mit jakutischen Wurzeln; sprachgefährdet.
Tschuwaschisch чей çey [t͡ɕej] 1.000.000 Tschuwaschien (Russland, Wolgaregion) chaEinzige überlebende Sprache des oghurischen Turkzweigs; über das Russische.
Tatarisch чәй çäy [t͡ɕæj] 5.200.000 Tatarstan (Russland) chaTee mit dicker Sahne und Honig (çäy belän qaymaq) ist Markenzeichen tatarischer Gastfreundschaft.
Baschkirisch сәй säy [sæj] 1.200.000 Baschkortostan (Russland) chaStimmlose Variante /s/ – typische baschkirische Lautverschiebung gegenüber dem Tatarischen.
Dagurisch (Daur) cai cai [t͡ɕai] 96.000 Innere Mongolei, Heilongjiang (China) chaMongolisch-sprachig, direkt vom Chinesischen entlehnt.
Pali [t͡ʃaː] — (klassisch-liturgisch) Theravada-Buddhismus weltweit chaLiturgische Sprache des Theravada-Buddhismus. Tee wird in buddhistischen Klöstern Sri Lankas, Myanmars und Thailands rituell verwendet.
Sanskrit (modern) चायम् / चाहम् cāyam / cāham [t͡ʃaːjam] 25.000 (gelehrt) Indien (sakraler Gebrauch) chaModerne Lehnbildung; klassisches Sanskrit kennt kein Wort für Tee, da Tee in der vedischen Zeit nicht bekannt war.
Tigrinya ሻሂ shahi [ʃahi] 9.000.000 Eritrea, Tigray (Äthiopien) chaWie das verwandte Amharische über das Arabische.
Somali shaah shaah [ʃaːh] 22.000.000 Somalia, Dschibuti, Äthiopien, Kenia chaÜber das Arabische. Shaah hawaash (Gewürztee mit Kardamom und Zimt) ist Alltagsgetränk.
Oromo shaayii shaayii [ʃaːjiː] 37.000.000 Äthiopien, Kenia chaÜber das Amharische bzw. direkt aus dem Arabischen.
Baskisch te te [te] 750.000 Baskenland (Spanien, Frankreich) teÜber das Spanische. Baskisch ist eine isolierte Sprache ohne nachgewiesene Verwandtschaft zu anderen Sprachen Europas.
Asturisch [te] 100.000 Asturien (Spanien) teÜber das Spanische.
Aromunisch ceai ceai [t͡ʃaj] 250.000 Griechenland, Albanien, Nordmazedonien, Rumänien chaBalkan-romanisch; folgt der türkisch-slawischen cha-Linie wie das Rumänische.
Ryukyu (Okinawa) ちゃー chā [t͡ɕaː] 1.000.000 Okinawa (Japan) chaOkinawa pflegt eigene Teekultur (buku-buku-cha, geschäumter Tee). Sprachverwandt mit Japanisch, ISO-Kategorie eigene Sprachgruppe.
Yonaguni さー [saː] 400 Yonaguni-Insel (Okinawa) chaStark gefährdet; auffällige Lautverschiebung /t͡ɕ/ → /s/.
Ainu チャイ / cay cay [t͡ʃaj] 10 (Muttersprachler) Hokkaido (Japan) chaÜber das Russische bzw. Japanische. Beinahe ausgestorben; Wiederbelebungsversuche im Gange.
Zulu itiye itiye [iˈtiːje] 12.000.000 Südafrika 19. Jh. teAus dem Englischen tea; das Präfix i- markiert die nominale Klasse 5/9. Britische Plantagen in Natal und Kapkolonie führten Tee als Alltagsgetränk ein.
Xhosa iti iti / itiye [iˈtiː] 8.200.000 Südafrika 19. Jh. teAus dem Englischen, wie Zulu. Nguni-sprachig; in der Verwandtschaftsgruppe Zulu, Swati, Ndebele.
Shona tii tii [tiː] 15.000.000 Simbabwe, Mosambik 19. Jh. teAus dem Englischen. Simbabwe wurde im 20. Jh. selbst Teeproduzent (Honde-Tal, Chipinge).
Sesotho (Süd-Sotho) tee tee [tɛɛ] 5.600.000 Lesotho, Südafrika 19. Jh. teAus dem Englischen oder dem Afrikaans tee.
Setswana tee tee [tɛɛ] 5.000.000 Botswana, Südafrika 19. Jh. teAus dem Englischen bzw. Afrikaans.
Lingala tii / saí tii / saí [tiː] / [saˈi] 25.000.000 DR Kongo, Republik Kongo 20. Jh. teDoppelter Wortschatz: tii aus dem Englischen/Französischen, saí aus dem Arabischen (über Swahili oder Sudan).
Kinyarwanda icyayi icyayi [iˈcaːji] 12.000.000 Ruanda, DR Kongo, Uganda 20. Jh. chaAus dem Swahili chai, mit Bantu-Präfix i-cy-. Ruanda ist heute einer der größten afrikanischen Teeexporteure.
Kirundi icayi icayi [iˈcaːji] 11.000.000 Burundi 20. Jh. chaSchwestersprache von Kinyarwanda; ebenfalls über das Swahili.
Luganda caayi caayi [ˈtʃaːji] 8.000.000 Uganda 20. Jh. chaÜber das Swahili. Uganda produziert seit der britischen Kolonialzeit Tee; Mukono- und Mityana-Plantagen.
Chichewa (Nyanja) tiyi tiyi [ˈtiːji] 14.000.000 Malawi, Sambia, Mosambik 19. Jh. teAus dem Englischen. Malawi war das erste Land Afrikas, das im großen Maßstab Tee anbaute (ab 1878, Thyolo-Hochland).
Wolof àttaaya àttaaya [atˈtaːja] 12.000.000 Senegal, Gambia, Mauretanien 19. Jh. chaAus dem Arabischen at-tāy („der Tee"). Wolofische Teezeremonie in drei Aufgüssen: léwal (bitter wie der Tod), zweiter (mild wie das Leben), nettel (süß wie die Liebe).
Mandinka warga warga [ˈwaɾɡa] 1.300.000 Gambia, Senegal, Guinea-Bissau eigenständigBezeichnet konkret chinesischen Gunpowder-Grüntee, der in Westafrika gehandelt wird. Etymologie unklar, möglicherweise von einem Markennamen.
Bambara dute dute [duˈte] 14.000.000 Mali, Burkina Faso, Elfenbeinküste 19. Jh. teAus dem Französischen du thé („vom Tee"), als geschlossene Form übernommen.
Fula (Pulaar) ataaya ataaya [aˈtaːja] 40.000.000 Sahel: Senegal bis Sudan 19. Jh. chaÜber das Arabische bzw. das Wolofische. Sahel-Hirten bereiten Tee als langes Pausenritual zu.
Nahuatl [te] 1.700.000 Mexiko 16. Jh. teAus dem Spanischen, ohne phonologische Anpassung. Klassisches Nahuatl kannte kein Wort für Tee. Andere Heißgetränke (Atole, Kakao) sind sprachlich verankert; Tee blieb spanisches Lehngut.
Quechua [te] 8.000.000 Peru, Bolivien, Ecuador 16. Jh. teAus dem Spanischen. Aber Quechua selbst lieferte über das Wort mati („Kürbisschale, Trinkgefäß") dem Spanischen mate — die Bezeichnung für das südamerikanische Heißgetränk aus Ilex paraguariensis. So bezeichnet die Sprache, die heute aus dem Spanischen entlehnen muss, indirekt die ältere und weiter verbreitete Heißgetränketradition des Kontinents. Mate de coca, mate de manzanilla und weitere Kräuteraufgüsse bleiben sprachlich auf der quechuanischen Seite.
Aymara [te] 2.000.000 Bolivien, Peru 16. Jh. teAus dem Spanischen. Wie im Quechua bleibt mati bzw. mate für andine Kräuteraufgüsse reserviert, bezeichnet den importierten Schwarz- oder Grüntee. Tee mit Kokablättern (mate de coca) wird auf den Hochebenen Boliviens gegen die Höhenkrankheit getrunken — daneben hat sich der chinesische Tee nicht durchgesetzt.
Guaraní ka'ay ka'ay [kaʔaˈɨ] 6.500.000 Paraguay, Argentinien, Bolivien, Brasilien eigenständigKa'a bedeutet „Pflanze, Kraut, Wald", y bedeutet „Wasser". Bezeichnet ursprünglich Mate (Ilex paraguariensis), das aus den Wäldern Paraguays stammt und in Südamerika weit verbreitet ist. Für chinesischen Tee wird das spanische verwendet.
Mapudungun (Mapuche) [te] 200.000 Chile, Argentinien 16. Jh. teAus dem Spanischen. Mapuche kennen jedoch eigene Aufgüsse aus Boldoblättern (Peumus boldus), matico (Buddleja globosa) und palqui — sprachlich getrennt von . Die Wörter für diese einheimischen Kräutertees stehen, eine Erinnerung daran, dass es vor der spanischen Eroberung andere Trinktraditionen gab als die chinesische Pflanze.
Navajo (Diné Bizaad) dééh dééh [téːh] 170.000 Arizona, New Mexico, Utah (USA) 18./19. Jh. teAus dem Spanischen . Dééh bezeichnet zugleich die heimische Pflanze Thelesperma (Hopi- bzw. Navajo-Tee), aus der ein Heilgetränk gebraut wird. Athabaskische Phonologie behandelt das spanische t- als d-.
Cherokee ᎤᏗᏔᏍᏗ uditasdi [uditaːsdi] 2.000 Oklahoma, North Carolina (USA) eigenständigWörtlich „etwas zum Trinken". Die Cherokee-Schrift (Silbenschrift, 1821 von Sequoyah entwickelt) ist eines der wenigen indigenen amerikanischen Schriftsysteme.
Tlingit cháayu cháayu [t͡ʃʰáːju] 200 Alaska, British Columbia, Yukon 19. Jh. chaAus dem Russischen чай. Russisch-Amerikanische Kompagnie betrieb von 1799 bis zum Verkauf Alaskas (1867) Handelsposten an der Nordwestküste.
Aleutisch (Unangam Tunuu) chaayuq chaayuq [t͡ʃaːjuq] 150 Alëuten (Alaska, Russland) 18. Jh. chaAus dem Russischen, mit aleutischem Suffix -q. Russisch-orthodoxe Missionierung im 18. Jh. brachte Tee als Alltagsgetränk auf die Inseln.
Inuktitut tii [tiː] 40.000 Nunavut, Nordquebec, Labrador 19. Jh. teAus dem Englischen, vermittelt über die Hudson's Bay Company. Inuktitut-Silbenschrift wurde 1856 von Edmund Peck adaptiert.
Grönländisch (Kalaallisut) teeq teeq [teːq] 57.000 Grönland 18. Jh. teAus dem Dänischen te, mit grönländischem Suffix -q. Hans Egedes Mission ab 1721 brachte dänische Lebensgewohnheiten an die Westküste.
Cree (Plains Cree) ᒥᔥᒋᐊᐦᐳᐩ maskihkîwâpoy [maskihkiːwaːpoj] 95.000 Kanada (Prärieprovinzen) eigenständigWörtlich „Medizinwasser" (maskihki Medizin, -âpoy Flüssigkeit). Bezeichnet sowohl Heilkräuteraufgüsse als auch Importtee. Daneben auch das englische Lehnwort tii.
Haitianisch-Kreolisch te te [te] 12.000.000 Haiti, Diaspora 17. Jh. teAus dem Französischen thé. Te umfasst im Kreolischen auch Kräuteraufgüsse.
Tongaisch [tiː] 190.000 Tonga, Diaspora (Neuseeland, USA) 19. Jh. teAus dem Englischen. Missionierung durch wesleyanische Methodisten ab 1822 prägte koloniale Importgüter. Tonga ist das einzige Inselreich Polynesiens, das nie eine ausländische Kolonialregierung über sich hatte; Tee kam dennoch als Teil der britischen Wirtschafts-Sphäre und ist heute Bestandteil der formellen Festtage.
Fidschianisch [tiː] 650.000 Fidschi 19. Jh. teAus dem Englischen. Britische Kolonialherrschaft (1874–1970) und indische Vertragsarbeiter prägten die Teekultur Fidschis doppelt: die Inder brachten die chai-Tradition mit, die Briten den schwarzen Tee mit Milch. Beide Traditionen heißen aber im fidschianischen Wort nur .
Tahitisch [tiː] 68.000 Französisch-Polynesien 19. Jh. teAus dem Französischen thé bzw. dem Englischen. Tahitisch besitzt zudem ein eigenes Wort für die Cordyline-Pflanze (Keulenlilie) — eine bedeutende Kulturpflanze ganz Polynesiens, deren Wurzel früher als Süßstoff geröstet wurde. Die Homophonie ist zufällig, aber sie macht jeden polynesischen Satz mit mehrdeutig.
Tok Pisin ti ti [ti] 4.000.000 Papua-Neuguinea 19. Jh. teAus dem Englischen. Tok Pisin (wörtlich „Vogel-Sprache", abgeleitet von pidgin) ist die Verkehrssprache eines der sprachlich vielfältigsten Länder der Welt.
Tetum xá / té xá / té [ʃa] / [te] 1.000.000 Osttimor 16. Jh. chaDoppelter Wortschatz: aus dem Portugiesischen chá (Kolonialzeit ab 1515), als modernere Form. Schreibweise folgt portugiesischer Orthographie.
Chamorro cha' cha' [tʃaʔ] 95.000 Guam, Nördliche Marianen 17. Jh. chaAus dem Spanischen chá, das wiederum aus dem Portugiesischen kam. Spanische Kolonialzeit ab 1668 (Galionsroute Manila-Acapulco); auch im heutigen Spanisch ist chá noch in chilenischem Sprachgebrauch belegt.
Marshallesisch ti ti [ti] 55.000 Marshallinseln 19./20. Jh. teAus dem Englischen; deutsche Kolonialzeit (1885–1914) hinterließ ebenfalls Spuren, in diesem Fall jedoch nicht.
Romani čajo / čaj čajo / čaj [ˈt͡ʃajo] 3.500.000 Europa-weit, v. a. Balkan chaAus den slawischen Nachbarsprachen (Serbisch, Bulgarisch, Russisch). Nicht verwandt mit dem homophonen čhaj („Mädchen, Tochter"), das aus dem Indoarischen stammt — beide Wörter werden im Romani-Alltag unterschieden.
Friaulisch [tɛ] 600.000 Friaul (Italien) teAus dem Italienischen. Friaulisch ist eine rätoromanische Sprache, mit Ladinisch und Bündnerromanisch verwandt.
Ligurisch [tɛ] 500.000 Ligurien (Italien), Monaco teAus dem Italienischen. Genua war im 17.–18. Jh. wichtiger Mittelmeerhafen für niederländische Teeimporte.
Nordsamisch deadja deadja [ˈteatja] 25.000 Nordnorwegen, Nordschweden, Nordfinnland chaAus dem Finnischen tsai oder dem norwegischen te, mit samischer Konsonantengradation. Tee gehört seit Jahrhunderten zum Alltag der Rentierhirten.
Obersorbisch čaj čaj [t͡ʃaj] 13.000 Oberlausitz (Sachsen) chaWestslawisch; folgt dem tschechisch-slowakischen čaj-Muster, obwohl die deutsche Umgebungssprache Tee verwendet.
Niedersorbisch caj caj [t͡saj] 7.000 Niederlausitz (Brandenburg) chaLautlich vom Obersorbischen geschieden durch /t͡s/ statt /t͡ʃ/. Sprachgefährdet.
Karelisch čuaju čuaju [ˈt͡ʃuaju] 36.000 Karelien (Russland, Finnland) chaAus dem Russischen чай, mit karelischer Diphthongierung. Die finnische Schwestersprache nimmt dagegen tee aus dem Schwedischen.
Wepsisch čai čai [t͡ʃai] 3.600 Wologda, Karelien, Leningrad (Russland) chaAus dem Russischen. Ostseefinnische Sprache, sprachgefährdet.
Nivkh (Giljakisch) чай çaj [t͡ʃaj] 200 Sachalin, Amur-Mündung (Russland) 19. Jh. chaAus dem Russischen. Nivkh ist eine isolierte Sprache ohne nachgewiesene Verwandtschaft; akut bedroht.
Tschuktschisch чаайу çaayu [t͡ʃaːju] 5.000 Tschukotka (Russland) 19. Jh. chaAus dem Russischen. Im arktischen Tundra-Alltag der Rentierhirten ist Tee Hauptgetränk.
Korjakisch чаай çaaj [t͡ʃaːj] 1.700 Kamtschatka (Russland) 19. Jh. chaAus dem Russischen. Tschuktscho-kamtschadalisch; mit dem Tschuktschischen nah verwandt.
Jukagirisch чай çaj [t͡ʃaj] 370 Jakutien, Magadan (Russland) 19. Jh. chaAus dem Russischen. Isolierte Sprache mit zwei Restdialekten (Tundra-, Kolyma-Jukagirisch); akut bedroht.
Tujia caf caf [t͡sʰa˧˥] 3.000.000 Hunan, Hubei, Guizhou chaTibeto-burmesisch; direkt aus dem Chinesischen entlehnt. Tujia-Gebiet umfasst Wuyi-Berg-Ausläufer; lokale dunkle Tees gehen teils auf Tujia-Anbau zurück.
Dong (Kam) caa caa [t͡saː˧˥] 2.900.000 Guizhou, Hunan, Guangxi chaTai-Kadai-Sprachzweig. Dong-Dörfer pflegen die Tradition des You-cha (油茶 — Öl-Tee), eines herzhaften Aufgusses mit gerösteten Reiskörnern und Erdnüssen.
Sui caa caa [t͡saː˧] 420.000 Guizhou, Guangxi chaTai-Kadai-sprachig; nah mit Dong verwandt. Eigene Schrift (Sui-shui, ca. 500 Zeichen) wird piktographisch und magisch verwendet.
Salar çay çay [t͡ʃaj] 130.000 Qinghai, Gansu chaOghuz-Türksprache; im 14. Jh. aus Samarkand nach Qinghai gewandert. Çay-Form aus dem zentralasiatischen Türkischen, nicht aus dem Chinesischen.
Bonan чай çay [t͡ʃaj] 10.000 Gansu, Qinghai chaMongolische Sprache mit starkem Tibetisch- und Sinitisch-Einfluss; Form folgt der türkisch-zentralasiatischen çay-Linie.
Yugur (West-Yugur) çay çay [t͡ʃaj] 4.600 Gansu chaTürksprache des Sunan-Yugur-Kreises in Gansu. Buttertee aus Ziegenbutter mit gepresstem dunklen Tee — täglich.
Lhoba ja ja [t͡ɕa] 3.500 Tibet (Südost), Arunachal Pradesh chaTibeto-burmesisch; Form folgt dem tibetischen ja. Lhoba leben in den südosttibetischen Tälern, wo Tee aus den Anbaugebieten Yunnans über die Karawanenrouten ankam.
Taíno te / tee te (rekonstruiert) [te] 30 (Wiederbelebung) Puerto Rico, Dominikanische Republik, Diaspora 21. Jh. teErste indigene Sprache der Karibik, die Europäer 1492 hörten. Lieferte dem Spanischen cacao, hamaca, tabaco, huracán, canoa — aber kein Wort für Tee, denn das koffeinhaltige Getränk der Taíno war Kakao. Im 17. Jh. ausgestorben. Ab den 2010er Jahren rekonstruierte Wiederbelebung als Tainonaíki bzw. Hiwatahia–Hekexi; te aus dem Spanischen übernommen.
Garífuna [te] 200.000 Honduras, Belize, Guatemala, Nicaragua 19. Jh. teAus dem Spanischen. Garífuna entstand auf St. Vincent durch Vermischung westafrikanischer Schiffbrüchiger mit Kalinago/Arawak; 1797 verschleppten die Briten 5000 Garífuna nach Mittelamerika. Die Sprache zeigt eine bemerkenswerte Geschlechterteilung des Wortschatzes (Männer-/Frauenwörter aus verschiedenen Quellsprachen), jedoch ist geschlechtsneutral.
Wayuu (Wayuunaiki) [te] 420.000 Guajira-Halbinsel (Kolumbien, Venezuela) teAus dem Spanischen. Größte überlebende Arawak-Sprache der Welt; verwandt mit dem ausgestorbenen Taíno. Wie bei allen karibisch-arawakischen Sprachen ist auch hier ein spanisches Lehnwort, weil Tee zur vorkolonialen Pflanzenwelt der Region nicht gehörte.
Tupi (klassisch) — / té — / té (mod.) [te] — (klassisch ausgestorben) Brasilien (historisch) eigenständigKlassisches Tupi war im 16.–18. Jh. língua geral der portugiesischen Kolonialverwaltung in Brasilien, mit eigener Grammatik und Wörterbüchern (José de Anchieta 1595). Tee gehört nicht zum bezeugten Wortschatz — als die Pflanze ankam, war die Sprache schon im Niedergang. Heutige Tupi-Nachfahren (Tupinambá-Wiederbelebung) nutzen das portugiesische chá.
Iñupiaq saiyuk / tii saiyuk / tii [saˈjuk] / [tiː] 2.100 Nordalaska (Seward-Halbinsel, Nord-Slope) 19. Jh. chaZwei Quellen, zwei Wörter: saiyuk aus dem Russischen чай (Russisch-Amerikanische Kompagnie ab Ende 18. Jh.), tii aus dem Englischen (nach 1867). „Tee zubereiten" lautet in Iñupiaq als zusammengesetztes Verb, das das Schmelzen von Eis als Wasserquelle mit einschließt.
Yupik (Zentral-Alaskanisch) saayuq saayuq [ˈsaːjuq] 10.000 Yukon-Kuskokwim-Delta (Alaska) 19. Jh. chaAus dem Russischen чай, mit yupikischem Suffix -q. Die russisch-orthodoxe Mission im 19. Jh. brachte Tee, Brot und Kirchenslawisch in die Yup'ik-Dörfer; das Erbe bleibt im Wortschatz und in den Kirchen sichtbar.
Bhojpuri चाय cāy [t͡ʃaːj] 52.000.000 Bihar, Uttar Pradesh, Mauritius, Trinidad, Fidschi, Suriname chaSprache der größten Auswanderungswelle indischer Vertragsarbeiter des 19. Jh.: 1834–1920 brachten britische Kolonialbehörden 1,2 Millionen Bhojpuri-Sprecher nach Mauritius, in die Karibik und auf Fidschi. Mit ihnen wanderte das Wort cāy als Teil der weltweiten chai-Kultur.
Konkani चहा cahā [t͡ʃəˈɦaː] 3.600.000 Goa, Karnataka, Maharashtra, Kerala chaSprachgebiet umfasst Goa, wo die Portugiesen ab 1510 chá in die Konkani-Welt einführten — paradoxerweise im selben Raum, in dem heute das aus dem Hindustani stammende cahā dominiert. Konkani steht damit am Schnittpunkt der zwei großen cha-Routen: über See (Macau-Lissabon-Goa) und über Land (Persien-Mogul-Hindustan).
Sogdisch — (nicht belegt) — (im 11. Jh. ausgestorben) Sogdiana (Usbekistan, Tadschikistan, Westchina) eigenständigLingua franca der Seidenstraße vom 4. bis 8. Jh., gesprochen von den ostiranischen Karawanenhändlern, die zwischen Samarkand, Bukhara und Xi'an Waren bewegten. Die Sogder waren zur Blütezeit des Teehandels noch nicht aktiv: Tee wurde in China erst während der Tang-Dynastie (8. Jh.) ein Handelsgut, da war Sogdisch bereits im Rückgang. Das überlieferte sogdische Vokabular kennt das Wort nicht. Modernste Nachfahresprache: Jaghnobi in Tadschikistan.
Tocharisch — (nicht belegt) — (im 9. Jh. ausgestorben) Tarim-Becken (Xinjiang) eigenständigIndogermanische Sprache der Oasenstädte Kucha, Karasahr und Turfan; bekannt aus buddhistischen Manuskripten des 5.–9. Jh. Die Bewohner des Tarim-Beckens lebten im Schatten der chinesischen Tee-Routen — Pferde gegen Tee — aber Tocharisch starb aus, bevor Tee in westlicher Richtung ein Begriff wurde. Das Schweigen der Quellen ist hier selbst die Aussage.
Mittelpersisch (Pahlavi) — (nicht belegt) — (klassisch-liturgisch) Iran, Zoroastrische Gemeinden eigenständigSprache des sassanidischen Reichs (224–651) und der zoroastrischen Texttradition. Tee kam in den persischen Sprachraum erst im 15.–16. Jh., als Pahlavi nur noch liturgische Sprache war. Das neupersische چای (chāy) ist erst nach dem Untergang Pahlavis entlehnt worden.
Altkirchenslawisch — (nicht belegt) — (liturgisch) Slawisch-orthodoxe Gemeinden eigenständigLiturgische Sprache der slawischen Orthodoxie, kodifiziert im 9. Jh. von Kyrill und Method. Tee erreichte die russischen Höfe erst 1638 — sieben Jahrhunderte nach Festlegung des Kirchenslawischen. Die liturgischen Texte kennen das Wort daher nicht; modernes Russisches чай bleibt außerhalb der Heiligen Schrift.
Krimtatarisch çay çay [t͡ʃaj] 540.000 Krim, Türkei, Usbekistan, Rumänien 17. Jh. chaForm über das Türkische bzw. Russische — Krimtatarisch lebt zwischen den beiden großen cha-Räumen. 1944 von Stalin als Volk nach Zentralasien deportiert, kehren Sprecher seit 1989 zurück; die Sprache gilt als gefährdet.
Gagausisch çay çay [t͡ʃaj] 150.000 Moldau, Ukraine, Bulgarien chaChristlich-orthodoxe Türksprache; Form aus dem Türkischen oder Russischen, beide Kanäle münden in dasselbe Wort. Sprachgebiet von Komrat (Autonomie in Moldau) bis Odessa.
Karakalpakisch шай şay [ʃaj] 800.000 Karakalpakstan (Usbekistan) chaKiptschak-türkisch, eng mit Kasachisch und Nogai verwandt; Form über das Persisch-Russische. Karakalpakstan grenzt an den Aralsee — wo der Tee buchstäblich knapp ist seitdem das Wasser verschwunden ist.
Samoanisch tī / lauti tī / lauti [tiː] 510.000 Samoa, Amerikanisch-Samoa, Diaspora 19. Jh. teAus dem Englischen via wesleyanischer Mission (ab 1830). Lauti wörtlich „Tee-Blatt" (lau Blatt, Tee). Das polynesische bezeichnet außerdem die Cordyline-Pflanze, eine bedeutende Kulturpflanze — die Homophonie ist überall in Polynesien zufällig, aber konsistent.
Cook-Inseln-Maorisch [tiː] 13.600 Cookinseln 19. Jh. teAus dem Englischen über Neuseeland. Die Cookinseln sind seit 1965 in „freier Assoziation" mit Neuseeland; Teekultur folgt dem britisch-pazifischen Modell mit Milch und Zucker.
Niueisch [tiː] 8.000 Niue, Neuseeland 19. Jh. teAus dem Englischen. Niue, die „Felseninsel" Polynesiens, ist die kleinste assoziierte Republik der Welt; mehr Niueaner leben in Neuseeland als auf Niue selbst.
Pohnpeisch tii / ocha tii / ocha [tiː] / [ot͡ɕa] 30.000 Pohnpei (Mikronesien) 20. Jh. teDoppelform: tii aus dem Englischen (US-Verwaltung ab 1945), ocha aus dem Japanischen お茶 (japanische Mandatszeit 1914–1945). Pohnpeisch trägt zudem das Erbe einer „hohen Sprache" (Meing) für Adelsrede — Tee fällt nicht in diese Register.
Palauisch ocha ocha [ot͡ɕa] 17.000 Palau 20. Jh. chaAus dem Japanischen お茶 (ocha). Palau erbte die intensivste japanische Kolonialprägung Mikronesiens (1914–1945) — der palauische Wortschatz übernahm Tausende von Japonismen: dengki (Strom, von 電気), dengua (Telefon, von 電話) und eben ocha.
Karolinisch tii tii [tiː] 5.700 Nördliche Marianen (Saipan) 20. Jh. teAus dem Englischen. Karoliner waren chuukische Seefahrer, die im 19. Jh. nach Saipan auswanderten; heute Minderheit neben dem Chamorro.
Akan (Twi) tii tii [tiː] 11.000.000 Ghana, Elfenbeinküste 19. Jh. teAus dem Englischen, in den Twi-Wörterbüchern als borrowed markiert. Ghanas britische Kolonialgeschichte (Goldküste ab 1874) brachte Tee als koloniales Importgut; in der Asante-Region heute neben Kakao und Kaffee verbreitet.
Ewe tii tii [tiː] 7.000.000 Togo, Ghana, Benin 19. Jh. teAus dem Englischen oder Deutschen — Togo war 1884–1914 deutsche Kolonie, doch das deutsche Tee und englische tea sind homophon (te), sodass die Quellsprache nicht eindeutig identifizierbar bleibt.
Mooré (Mossi) dute / atayi dute / atayi [duˈte] / [aˈtaji] 8.000.000 Burkina Faso teZwei Wege: dute aus dem Französischen du thé (Burkina Faso war französische Kolonie), atayi aus dem Sahel-arabischen atāy. Die zwei Wörter spiegeln die zwei Kulturen Burkinas: frankophone Stadt und Sahel-Wüstenrand.
Sranan Tongo tey tey [tej] 500.000 Suriname 17.–18. Jh. teAus dem Niederländischen thee. Sranan Tongo ist die in der niederländischen Sklavenkolonie Surinam entstandene englisch-niederländische Kreolsprache; daher liegt das Wort nahe an niederländischem thee und englischem tea zugleich.
Papiamento te te [te] 340.000 Curaçao, Aruba, Bonaire 17.–18. Jh. teAus dem Niederländischen oder Spanischen. Papiamento ist eine iberisch-niederländische Kreolsprache mit afrikanischer Substratschicht; im 17. Jh. auf den ABC-Inseln aus Pidgin-Sprachen jüdisch-portugiesischer Händler und westafrikanischer Versklavter entstanden.
Selkupisch чай çaj [t͡ʃaj] 1.000 Tomsk, Tjumen, Krasnojarsk (Russland) 19. Jh. chaSamojedische Sprache der westsibirischen Taiga; aus dem Russischen. Die Selkupen waren bis ins 20. Jh. Rentierhalter und Jäger; Tee mit Brot bildete neben Fisch die Hauptkalorienquelle des Winters.
Chantisch сай saj [saj] 9.500 Westsibirien (Ob-Becken) 19. Jh. chaUgrische Sprache, mit dem Mansi und Ungarischen verwandt. /s/ statt /tʃ/ entspricht chantischer Lautverschiebung; aus dem Russischen.
Mansisch сай saj [saj] 940 Chanten-Mansen-Autonomer Kreis (Russland) 19. Jh. chaSchwestersprache des Chantischen, sprachgefährdet. Aus dem Russischen.
Nenzisch (Tundra-Nenzisch) сяй sjaj [ɕaj] 22.000 Jamal, Nenzien (Russland) 19. Jh. chaSamojedische Sprache der nordsibirischen Tundra. Aus dem Russischen, mit palatalisiertem Anlaut. Bei den Rentier-Nenzen ist Tee mit Salz und Rentiermilch in dem Tschum (Zelt) die ganzjährige Grundwärme.

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Die Tabelle erfasst 246 Sprachen, in denen ein Wort für Tee belegt ist. Sie ordnet jede Form einer von drei Wortfamilien zu: cha, te oder eigenständig. Die Zuordnung folgt dem etymologischen Pfad, nicht dem geographischen Ort.

Drei Wortfamilien — kurz

  • cha-Gruppe: über Landwege verbreitet. Ausgangspunkt sind die nordchinesischen und kantonesischen Aussprachen 茶 chá bzw. tsa. Über die Seidenstraße ins Persische als chāy, von dort weiter nach Russland, in die Türkei, auf den Balkan, ins Arabische, nach Indien und Ostafrika. Über den portugiesischen Macau-Handel auch ins Portugiesische und Goa.
  • te-Gruppe: über Seewege verbreitet. Ausgangspunkt ist die Min-Nan-Aussprache 茶 der Hokkien-Häfen Xiamen (Amoy) und Quanzhou. Die Niederländische Ostindien-Kompanie übernahm die Form im frühen 17. Jh. und gab sie an Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch (außer chilenisches chá), Skandinavisch und Italienisch weiter.
  • eigenständig: alles, was nicht in diese beiden Bahnen passt. Drei Untergruppen: erstens das gelehrte lateinische herba thea in Polnisch, Litauisch, Belarussisch (Variante) und Kaschubisch; zweitens die nicht-sinitischen Stammwörter aus der botanischen Heimat der Pflanze in Yunnan, Myanmar und Nordlaos (Wa miiem, Bulang la, Hmong tshuaj yej); drittens lexikalisch isolierte Bildungen wie Cherokee uditasdi (wörtlich „etwas zum Trinken") oder Cree maskihkîwâpoy („Medizinwasser").

Datenquellen

  • Wikipedia, „Etymology of tea" — Grundgerüst der Wortfamilien.
  • Mair, Victor H. & Hoh, Erling: The True History of Tea. Thames & Hudson, 2009 — Standardwerk zur Verbreitung des Wortes und Getränks.
  • Wiktionary in zahlreichen Sprachen — IPA, Schreibweisen, Lehnwegrekonstruktionen.
  • Omniglot, omniglot.com — Schriftsysteme, Sprecherzahlen.
  • Language Log — Hinweise auf Sonderfälle und Streitfragen.
  • Ethnologue — Sprecherzahlen, geographische Verbreitung.
  • Einzelquellen für Sonderfälle: Mandinka warga, Wolof àttaaya, Navajo dééh, Tlingit cháayu, Kinyarwanda icyayi.

Sprecherzahlen, IPA und Datierungen

Sprecherzahlen sind auf die nächsten zehntausend, hunderttausend oder Millionen gerundet, je nach Größenordnung. Die Zahlen sind Schätzungen — bei Großsprachen mit Zweitsprechern liegt der Wert oft je nach Quelle 10–30% auseinander, bei sprachgefährdeten Idiomen mit einigen Hundert Sprechern ist die Datenlage noch unsicherer.

IPA-Transkriptionen folgen, wo möglich, der internationalen Norm. Bei Sprachen mit phonemischer Tonhaltung wird der Ton mit Chao-Ziffern angegeben (z. B. Mandarin [ʈʂʰä˧˥]). Bei kontroversen Aussprachevarianten wurde die in den jeweiligen Wikipedia- und Wiktionary-Hauptartikeln dokumentierte Standardform gewählt.

Die Spalte „Entlehnt um" enthält das ungefähre Jahrhundert der Wortübernahme, sofern dies aus Handelsdokumenten, Missionarsberichten oder linguistischen Rekonstruktionen erschließbar ist. Ein Strich (—) bedeutet: nicht datierbar, früh entlehnt oder eigenständig gewachsen.

Grenzen dieser Übersicht

Eine Tabelle kann nicht alle Sprachen der Welt verzeichnen — Schätzungen sprechen von 7000 bis 8000 lebenden Sprachen. 217 ist eine bewusste Auswahl, die Großsprachen, regionale Hauptsprachen, kulturhistorisch bedeutende Kleinsprachen und einige sprachgefährdete Idiome berücksichtigt, aus denen Wortbelege überhaupt zugänglich sind.

Ausgespart sind Sprachen, in denen ein Wort für Tee nicht oder nicht zuverlässig dokumentiert ist; ferner solche, deren Tee-Wort nur eine triviale phonetische Anpassung einer Großsprache ist und nichts Eigenes hinzufügt. Auch innerhalb mancher Sprachen existieren Dialektvarianten, die hier nicht eigens aufgeführt sind.

Die Zuordnung zu den drei Wortfamilien ist in einigen Fällen umstritten. So gilt das polnische herbata traditionell als Ableitung aus dem lateinischen herba thea; jüngere Forschung sieht es als Reflex des niederländischen herba thee. Solche Streitfragen werden in den jeweiligen Anmerkungen genannt.

Bei manchen indigenen amerikanischen Sprachen (Nahuatl, Quechua, Aymara, Mapudungun) ist das Wort für Tee schlicht das spanische . Diese Übersicht verzeichnet sie trotzdem, weil das Fehlen einer eigenen Bildung selbst eine sprachhistorische Aussage ist — Tee kam mit den Kolonisatoren, nicht mit einer eigenen Pflanzentradition.

Korrekturen und Ergänzungen

Diese Übersicht entstand auf cha-yu.de als Begleitmaterial zu längeren Aufsätzen über die Wortgeschichte des Tees. Sie ist nicht abgeschlossen. Wer Fehler findet — eine falsche IPA-Transkription, eine zweifelhafte Etymologie, eine fehlende Sprache —, ist eingeladen, im Forum von cha-yu.de einen Beitrag zu hinterlassen. Quellenangaben helfen, das Ändern zu vereinfachen.

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Chajing – der erste Klassiker des Tees, 780 Chalu — ein Bericht über Tee, 1051
吃茶去