I. Der Brötchen-Käufer
Jeden Morgen um sieben geht Hans raus, frische Brötchen holen.
Zuerst das Fahrrad aus dem Keller holen, dann das Licht prüfen, vorn und hinten. Ganz wichtig: das Hosenbein mit dem Reflexstreifen, den Klettverschluss zweimal um den Knöchel, sonst ist die Gefahr groß, dass die Hose ins Rad gerät. Schließlich den Helm aufsetzen, die Handschuhe anziehen (bloß nicht mit nassen Fingern an den Bremshebel, die rutschen sonst weg, dafür gibt's ja die Profihandschuhe).
Los geht's!
Jetzt ist es 7:15.
„Guten Morgen! Sie sind immer pünktlich! Deutsche Tugend!" wird Hans um 7:20 begrüßt.
Die Brötchen abgeholt, schön warm und frisch.
Heimgekehrt, das Fahrrad im Keller abgestellt, das Outfit abgelegt. Hände waschen. Um 7:35, Brötchen lauwarm.
Brotaufstrich und Butter aus dem Kühlschrank holen, Kaffee aufsetzen, muss ein bisschen eilen, aber immerhin schafft er es, um acht pünktlich am Tisch zu sitzen. Die Brötchen nicht mehr warm.
II. Der weiße Schaum
Schwarz die Glasur, ins Bläuliche gezogen, und durch das Schwarz laufen helle Linien von der Lippe zum Grund, dicht wie Hasenfell. Die Wand ist dick. Am unteren Drittel stockt die Glasur zu einem Wulst, darunter liegt der Ton frei, grob und dunkel. Eine Schale aus den Öfen von Jianyang, im Süden.
In der Song-Zeit wurde das Blatt zu Pulver gemahlen, ins heiße Wasser gegeben, mit einem Bambusbesen geschlagen, bis weißer Schaum stieg. Diancha hieß das. Je weißer der Schaum, desto höher der Rang. Beim Wettstreit, dem doucha, stand der Schaum an der Wand der Schale. Beobachtet wurde, wann dort die erste Wasserspur erschien, shuihen. Der Schaum, der am längsten ohne Spur hielt, gewann.
Auf schwarzem Grund stand das Weiß am deutlichsten. Cai Xiang schrieb es um die Mitte des elften Jahrhunderts in seinem 《Chalu》, 「茶色白,宜黑盞」, der Tee sei weiß, ihm seien schwarze Schalen angemessen, die aus Jian'an gebrannten, schwarzblau, geädert wie Hasenfell. Und die Wand sei etwas dick, 「燖之久熱難冷」, gewärmt halte sie die Hitze lang und kühle schwer ab. Die Dicke gegen die kühlende Zunge, das Schwarz gegen das Weiß.
Auch der Kaiser schrieb darüber. Song Huizong, der später Thron und Reich verlor, hinterließ ein 《Daguan Chalun》, darin 「盞色貴青黑,玉毫條達者為上」, geschätzt sei die blauschwarze Schale, am höchsten die mit durchlaufenden Jade-Härchen. Die Härchen, das Hasenfell, tuhao, kamen nicht aus der Hand des Töpfers. Das Eisen in der Glasur trat unter der Hitze aus, kristallisierte beim Abkühlen, zog die hellen Linien. Welche Linien entstanden, entschied das Feuer.
Am höchsten stand eine Schale, in der das Feuer mehr getan hatte. Um dunkle Tropfen legten sich Höfe in Blau und Violett, die das Licht wendeten, je nach Winkel. Yōhen nannten die Japaner es später. In ihrem 《Kundaikan Sōchōki》, einem Verzeichnis der Dinge aus China, steht das yōhen als 「建盞之內の無上」, das Höchste unter den Jian-Schalen, über jedem Preis. Drei solche Schalen sind ganz erhalten. Alle drei stehen in Japan, als Nationalschatz, im Ryūkōin, im Seikadō, beim Fujita. In der Erde Chinas, am Boden des alten Song-Palasts, fand sich eine einzige, und die zerbrochen.
Auch der Name kam aus Japan. Mönche der Kamakura-Zeit gingen über das Meer, zum Tianmu Shan in Zhejiang, lernten dort den Chan und trugen schwarze Schalen heim. Nach dem Berg hießen die Schalen fortan Tenmoku. In China hießen sie zhan, Jianzhan. Tenmoku und yōhen, die Wörter standen in keinem chinesischen Buch.
Lange hieß es, die Chinesen hätten das yōhen für ein Unglückszeichen gehalten und zerschlagen, darum sei in China keine ganze geblieben. Das ist widerlegt. In der Ming-Zeit wurde der gemahlene Tee aufgegeben, das Blatt fortan aufgegossen. Der weiße Schaum verschwand, und mit ihm der Sinn der schwarzen Schale. Die Öfen von Jianyang erloschen. Die Schalen, die blieben, zerbrachen und wurden nicht aufgehoben. In Japan blieben sie, als karamono, als Dinge aus China, im Teeraum gehütet.
Die schwarze Schale wurde für das Weiß gemacht, das nicht blieb. Was blieb, ist das Schwarz und die Linie darin, die keine Hand zog. Hinter Glas wendet das yōhen sein Licht, wenn jemand vorbeigeht. Den Schaum, für den die Schale geschwärzt wurde, hat sie lange nicht mehr gehalten.
III. Die Reisschale
Die Glasur hat die Farbe reifer Mispeln, gelblich, an manchen Stellen ins Graue. Am Fuß ist sie verkrochen, zu Tropfen geronnen und aufgeplatzt, rau wie Krötenhaut. Über die Wand läuft die Spur der Töpferscheibe in flachen Ringen. Der Ton ist sandig und tritt unter der dünnen Glasur hervor. Eine Schale, gedreht um Jinju, im Süden Koreas, in der frühen Joseon-Zeit, von Töpfern ohne Namen, für den täglichen Gebrauch. Vielleicht für Reis. Vielleicht fürs Opfer. Die Bücher schweigen.
Anfang des sechzehnten Jahrhunderts kamen solche Schalen über das Meer nach Japan. Die Teemeister der Momoyama-Zeit fanden in ihnen das wabi, das Karge, das Unangestrengte. Was als Hausrat gebrannt worden war, stand bald an der Spitze. Zuerst die Ido, hieß es unter ihnen, dann die Raku, dann die Karatsu. Eine Schale, aus der ein armer Mann seinen Reis gegessen haben mochte, wurde zum meibutsu, zum benannten Ding.
Gerühmt wurde an der Ido alles, was der Töpfer nicht gewollt hatte. Die verkrochene Glasur am Fuß, kairagi genannt, die rauen Risse im Überzug, der grobe Sand im Scherben, die Ringe der Scheibe, die Male der Brennstützen am Boden. Kein Handwerker hatte das als Schönheit gemeint. Der Brand hatte es getan, die Eile, die Armut des Materials. Das Auge der Teemeister kam später und nannte es schön. Mitate hieß dieser Blick, das Sehen-als.
Eine dieser Schalen trägt einen Namen, Kizaemon-Ido, nach einem frühen Besitzer in Osaka. Sie ging von Hand zu Hand, an Honda Tadayoshi, an Nakamura Sōsetsu, zuletzt an den Teefürsten Matsudaira Fumai. Sie liegt heute im Kohōan des Daitoku-ji in Kyōto, als einzige Ido ein Nationalschatz Japans, eine koreanische Schale. An ihr hängt eine Erzählung, jeder Besitzer sei an Geschwüren erkrankt. Fumai, schon krank, soll sie dennoch behalten haben. Sie wird selten gezeigt.
Dreihundert Jahre danach, in Paris, kaufte ein Künstler in einer Eisenwarenhandlung ein Pissoir, legte es flach, schrieb einen falschen Namen darauf und reichte es einer Jury ein. Marcel Duchamp, die Fontäne, 1917. Das Original ging bald darauf verloren. Aus dem Gebrauchsding wurde auch hier ein Kunstding, allein durch den Blick. Die Ido wurde in Seide gewickelt, in eine Kiste aus Paulownia gelegt, vierhundert Jahre weitergereicht. Das Pissoir wurde fotografiert und war fort.
Der Teemeister hob die Schale mit beiden Händen, drehte sie um und sah lange auf den Fuß, auf die verkrochene Glasur, die der Brand dort gelassen hatte. Den Fuß hatte der Töpfer nach unten gedreht und nicht wieder angesehen. Sein Name steht nirgends. Was der Brand am Boden einer Reisschale liegen ließ, hütet ein Tempel seit vierhundert Jahren hinter Glas.
IV. Die Hand
Schwarz die Schale, ganz und gar, bis unter den Fuß, wo kein Ton hervorsieht. Die Wand ist von Hand geformt, der Rand läuft ungleich, an den Seiten stehen die Spuren der Finger und die Schnitte eines Spatels. Sie ist leicht und weich gebrannt, in der Hand fast warm. Gemacht in Kyōto, im späten sechzehnten Jahrhundert, von einem Mann namens Chōjirō.
Chōjirō brannte Dachziegel, ehe der Teemeister Rikyū ihn rief. Auf Rikyūs Geheiß formte er Schalen für den Tee, ohne Scheibe, allein mit den Händen, tezukune, und schnitt sie mit dem Spatel nach. Niedrig gebrannt, weicher Scherben. Es waren die ersten Schalen, die für den chanoyu geformt wurden und für nichts sonst. Imayaki hießen sie damals, das Jetzt-Gebrannte.
Die Kargheit der Ido kam aus der Eile eines armen Töpfers. Die Kargheit der Raku-Schale kam aus einem Befehl. Rikyū wollte eine Schale, die schon karg zur Welt kam. Erst rühmten die Teemeister die vollkommenen Schalen aus China. Dann fanden sie in einer fremden Reisschale das Karge. Nun ließen sie das Karge machen. Vom Sehen-als zum Schaffen, so fasste eine spätere Schule den Weg Rikyūs.
Von Chōjirōs Vater hieß es, er sei aus China gekommen, aus Fujian, und habe eine Glasur aus dem Süden mitgebracht, Ameya sein Name. Ob es so war, weiß keiner. Träfe es zu, käme die Glasur aus derselben Provinz wie die schwarzen Schalen der Song. Das Siegel mit dem Zeichen Raku soll von Hideyoshis Palast Jurakudai stammen. Vom Vater auf den Sohn ging das Handwerk, durch fünfzehn Geschlechter.
Drei Schalen auf der Matte. Die schwarze aus Fujian, in deren Glasur das Feuer die Höfe setzte. Die fremde Reisschale, in der ein Blick das Karge fand. Die schwarze aus Kyōto, von einer Hand karg gemacht. In der einen ist das Ungewollte echt, in der zweiten gefunden, in der dritten nachgeahmt. Welche Schlichtheit gewollt war und welche geschah, zeigt keine an.
Die Erde für die erste Schale kam aus einem Hügel in Fujian. Die zweite aus einem Feld bei Jinju. Die dritte aus dem Bett des Kamogawa, schwarzer Stein in die Glasur gemahlen. Drei Länder, drei Erden, ein Weg, der sich womöglich schließt und den keiner je gegangen ist.
V. Der unverirrbare Wald
„Im wunderschönen Monat Mai, als alle Knospen sprangen, da ist in meinem Herzen die Liebe aufgegangen." –
Hans' Herz bewegte sich mit dem Lied. So fuhr er in den Schwarzwald, ins Monbachtal bei Bad Liebenzell, um den Text wahrhaftig zu erleben.
Ein großer Parkplatz tauchte zuerst auf, gegen Mittag, nicht leicht, einen freien Platz zu finden. Es roch nach Kaffee, ach, das ist eins, namentlich das Café Monbachtal, die Terrasse sah auf den Bach, ein schöner Platz für einen Nachmittagskuchen. Jetzt war es noch zu früh dafür. Einen Steinweg entlang lief Hans in den Wald, die Vögel sangen, der Frühlingswind kam von vorn und roch nach Laub, in den Wind mischte sich das Lachen der Kinder aus der Ferne, die auf den Trittsteinen über den Monbach balancierten. Das Moos lag dick auf den Felsblöcken, das Wasser glimmerte, Farne standen bis an den Pfad. Auf einem nassen Stein saß ein Feuersalamander, schwarz mit gelben Flecken, und rührte sich nicht. Demgleichen so sehr auffällig ist auch der Steinweg, sorgfältig eingelegt, tolle Arbeit.
Am Wegrand ein Schild: voraus ein Apothekergarten, ein Minigolfplatz, eine Grillhütte, ein Zeltlager für Schulklassen. Keins davon war, was Hans suchte. Er war gekommen, den schönen Mai zu finden, und es tauchte lauter Zeug auf, das man in der Stadt sah. Er ging weiter und kam an einen Wegweiser. Neuhausen 1,8 km, Möttlingen 2,0 km, Pumpwerk Monakam 0,6 km, Oberes Monbachtal 0,1 km. Jedes Ziel auf den Zehntelkilometer genau. Hans stand unter dem Schild. Wohin soll ich?, dachte er. Es fiel ihm kein Ort ein, also ging er geradeaus weiter.
Am Pfad standen Veilchen und Scharbockskraut. Dann wurde das Rauschen lauter, und vor Hans lag ein besonderes Ereignis, ein kleiner Wasserfall, klein und schön. Vielleicht war das ein Zeichen umzukehren.
Hans drehte um und ging heim. Gedacht hatte er, das sei germanischer Wald, wo Widukind sein Pferd eine Quelle austreten ließ, wo Rotkäppchen den Pfad verlässt und der Wolf schon wartet. Stattdessen ein großer, gepflegter Garten. Na ja. Der Weg vor ihm war ihm vertraut, der Weg hinter seinem Rücken auch.
Zu Hause war das Brot lauwarm geworden. Hier wurde ein ganzer Tag lauwarm.
VI. Vierhundert Jahre
Zweimal die Klettschnalle um den Knöchel, der Reflexstreifen fest, damit das Rad die Hose nicht fasst. Am Fuß der Schale die verkrochene Glasur, gegen das Licht gedreht und gesehen. Der eine schafft den Zufall aus der Welt, Schild um Schild, Meter um Meter. Der andere kniet vor ihm und gibt ihm einen Namen.
Hans kam in den Wald, wo Widukind sein Pferd die Quelle treten ließ und Rotkäppchen den Pfad verlässt. Er fand ihn beschildert, Neuhausen 1,8 km, das Pumpwerk 0,6. Dort verlief sich keiner mehr. Die Schale kam in den Tempel, um gerühmt zu werden, und steht hinter Glas. Aus ihr trank keiner mehr.
Hans stand unter dem Wegweiser, jedes Ziel auf den Zehntelkilometer. Wohin soll ich, dachte er, und keine Tafel sagte es. Die Knospen waren gesprungen, ohne dass eine Tafel sie rief. Der Salamander saß auf dem nassen Stein, auf keiner Karte verzeichnet. Das Kind auf den Trittsteinen wurde nicht gefragt, ob es über den Bach will. Es ging hinüber.
In Kyōto steht eine schwarze Schale in einem Tempel und kommt nicht heraus. Vierhundert Jahre lang hat keine Hand sie gehalten. In ihrer Glasur hatte das Feuer die Höfe gesetzt, blau, violett, das Seltenste, was ein Ofen gab. Gehalten wird sie nicht mehr, damit ihr nichts geschieht. Was der Zufall machte, wird vor dem Zufall bewahrt.
Hinter Glas die Schale, vierhundert Jahre von keiner Hand gehalten. Draußen der Wald, beschildert bis zum letzten Zehntelkilometer. Mitten hindurch läuft der Bach, und auf einem nassen Stein sitzt der Salamander und rührt sich nicht.
“其實地上本沒有路,走的人多了,也便成了路。”
„Kein Pfad lag je bereit auf dieser Erde; erst wo die Menschen wandeln, erwächst ein Weg.“
Wer allzu eifrig einen Pfad weist, findet wohl eine Richtung, beraubt sich jedoch der Fülle anderer Wege, die es noch zu entdecken gäbe. Wenn kein Zwang uns drängt, eine Bahn zu brechen, so lasse man den Weg lieber dort erwachen, wo die Menschen weilen.
Glossar
Konvention: Im Fließtext nur Pinyin/Romaji. Hanzi/Kanji hier. Klassische und literarische Zitate stehen im Text in 「」 und in Langzeichen.
Kapitel II — Tenmoku
- diancha 點茶 — Song-Methode, gemahlener Tee mit dem Bambusbesen zu weißem Schaum geschlagen.
- doucha 鬥茶 — Teewettstreit, Vergleich von Weiße und Standdauer des Schaums.
- shuihen 水痕 — Wasserspur, die Stelle, an der der Schaum von der Schalenwand zurückweicht.
- tuhao 兔毫 — Hasenfell, die feinen radialen Adern der Jian-Glasur.
- yōhen 曜變 — die seltenste Jian-Glasur, irisierende Höfe um dunkle Tropfen; japanischer Begriff.
- Tenmoku 天目 — japanischer Name der schwarzen Schalen, nach dem Berg Tianmu.
- Tianmu Shan 天目山 — Berg in Zhejiang, Studienziel der Chan-Mönche.
- zhan / Jianzhan 盞/建盞 — chinesischer Name der Schale.
- karamono 唐物 — „Dinge aus China", in Japan im Teeraum gehütete Importe.
- Jianyang 建陽 — Brennort in Fujian.
- Jian'an 建安 — Präfektur, im 《Chalu》 genannt.
- Cai Xiang 蔡襄 — Beamter und Kalligraph, Verfasser des 《Chalu》 (um 1051).
- 《Chalu》 茶錄 — Cai Xiangs Teeschrift.
- Song Huizong 宋徽宗 — Kaiser, Verfasser des 《Daguan Chalun》.
- 《Daguan Chalun》 大觀茶論 — kaiserliche Teeschrift (1107).
- 《Kundaikan Sōchōki》 君臺觀左右帳記 — japanisches Verzeichnis chinesischer Objekte, Muromachi-Zeit.
Kapitel III — Ido
- Ido 井戸 — koreanische Schale, in Japan höchstgeschätzte Teeschale.
- Kōrai-chawan 高麗茶碗 — japanischer Sammelname für die aus Korea eingeführten Teeschalen.
- wabi 侘 — das Karge, Schmucklose als ästhetischer Wert.
- mitate 見立て — „Sehen-als", das Erklären eines Gebrauchsdings zum Teegerät durch den Blick des Meisters.
- meibutsu 名物 — benanntes, überliefertes Sammlerstück.
- kairagi 梅花皮 — die am Fuß verkrochene, krötenhäutige Glasur (jap. カイラギ).
- Kizaemon-Ido 喜左衛門井戸 — die einzige als Nationalschatz eingestufte Ido, im Kohōan des Daitoku-ji.
- Daitoku-ji 大德寺 — Zen-Tempel in Kyōto.
- Kohōan 孤篷庵 — Unterkloster des Daitoku-ji.
- Matsudaira Fumai 松平不昧 — Teefürst und Sammler, später Besitzer der Kizaemon-Ido.
- Jinju 晉州 — Stadt in Südkorea, vermuteter Brennort.
- Karatsu 唐津 — japanische Ware koreanischer Prägung, in der Reihung an dritter Stelle.
Kapitel IV — Raku
- Raku 樂 — in Kyōto eigens für den Tee geformte, handgeknetete Schale; zugleich Name der Töpferfamilie.
- Chōjirō 長次郎 — erster Raku-Meister (gest. 1589), formte auf Rikyūs Geheiß die ersten Raku-Schalen.
- Rikyū 千利休 — Teemeister der Momoyama-Zeit, prägte das wabi des chanoyu.
- tezukune 手捏 — Formen der Schale allein mit den Händen, ohne Töpferscheibe.
- imayaki 今焼 — „Jetzt-Gebranntes", zeitgenössische Bezeichnung der frühen Raku-Schalen.
- chanoyu 茶の湯 — der Weg des Tees, die Teezusammenkunft.
- Kuro-Raku / Aka-Raku 黑樂/赤樂 — schwarzes und rotes Raku.
- Ameya 阿米也 — der Überlieferung nach aus Fujian stammender Vater Chōjirōs.
- Hideyoshi 豐臣秀吉 — Reichseiniger, Bauherr des Jurakudai.
- Jurakudai 聚樂第 — Hideyoshis Palast in Kyōto, angeblich Herkunft des Raku-Siegels.
- Kamogawa 加茂川 — Fluss in Kyōto; sein schwarzer Stein in die Kuro-Raku-Glasur gemahlen.
Zitatnachweise
- Lu Xun 鲁迅 (1881–1936): 「其實地上本沒有路,走的人多了,也便成了路。」 — aus 《故鄉》 (Guxiang, „Die Heimat", 1921), gesammelt in 《吶喊》 (Nahan, „Aufschrei", 1923). Anmerkung: Der Erstdruck hat 「地上」 (auf der Erde), nicht das geläufige 「世上」 (auf der Welt). Vollständig im Original: 「希望是本無所謂有,無所謂無的。這正如地上的路;其實地上本沒有路,走的人多了,也便成了路。」
- Cai Xiang 蔡襄, 《茶錄》 (um 1051): 「茶色白,宜黑盞,建安所造者,紺黑,紋如兔毫……其杯微厚,燖之久熱難冷,最為要用。」 Volltext und Kommentar: Chalu — ein Bericht über Tee, 1051.
- Song Huizong 宋徽宗, 《大觀茶論》 (1107): 「盞色貴青黑,玉毫條達者為上。」 Volltext und Kommentar: Daguan Chalun — der kaiserliche Traktat, 1107.
- 《君臺觀左右帳記》 (Kundaikan Sōchōki, Muromachi-Zeit): das yōhen als 「建盞之內の無上」.
* * *


