Eine Wörterbucheintragung von 1761
Im Annual Register des Jahres 1760, einem englischen Jahrbuch, das ein Jahr später in London erschien, stand zum ersten Mal das Wort Souchong gedruckt. Das Oxford English Dictionary verzeichnet diese Stelle bis heute als die früheste belegte englische Verwendung des Worts. Wer ein Wort in einem englischen Jahrbuch gedruckt sieht, weiß: es war zu diesem Zeitpunkt schon lange in den Büchern der Kaufleute, in den Listen der Hafenämter, in den Briefen der Damen, die in London Tee bestellten. Ein Wort braucht zwei oder drei Generationen, bevor es in ein Wörterbuch tritt.
Heute, in einer Hamburger Teehandlung im Frühling 2026, steht Lapsang Souchong auf einem Glas im Regal. Der Käufer, der das Glas öffnet, riecht Kiefernrauch, Speck, ein Lagerfeuer im Wald. Er denkt an Geschmack. Er denkt nicht an einen Berg, einen Hafen, einen Dialekt.
Im Chinesischen ist das Wort etwas anderes.
Die kleinblättrige Pflanze
Im Wuyi-Gebirge, an der Grenze zwischen Fujian und Jiangxi, wächst eine Teepflanze, die seit vielen Jahrhunderten von den Bauern dort gepflegt wird. Botanisch gehört sie zur kleinblättrigen Varietät der Teepflanze, Camellia sinensis var. sinensis. Eine Veröffentlichung des Wuyi-Nationalparks, die Pflanzen der Region nüchtern beschreibt, formuliert den Unterschied so: 「茶树的种类大致可分为热带性的大叶种和温带性的小种茶,大叶种的代表是阿萨姆种,小叶种的代表是中国种,即现在的茶类,它实际上是一种叫菜茶的武夷变种。」 Chá shù de zhǒnglèi dàzhì kě fēn wéi rèdàixìng de dàyèzhǒng hé wēndàixìng de xiǎozhǒng chá. Die Teepflanzen ließen sich grob teilen in die tropische, großblättrige Sorte, deren bekanntester Vertreter die Assam-Pflanze sei, und die gemäßigte, kleinblättrige Sorte — xiǎozhǒng chá —, deren bekanntester Vertreter die chinesische Pflanze sei, in Wuyi konkret die Lokalvarietät 菜茶 (càichá), wörtlich "Gemüse-Tee", ein Name, der weniger mit Gemüse zu tun hat als mit dem Bild einer wild wachsenden, vielfältigen, nicht durchgezüchteten Population.
Hier, an dieser Stelle, bedeutet das Wort xiǎozhǒng zunächst eine Eigenschaft der Pflanze. Kleinblättrig. Gemäßigtes Klima. Chinesisch im Gegensatz zu assamesisch.
Die càichá-Sträucher in Tongmu wachsen halbwild auf den steilen Hängen. Ihre Blätter sind unterschiedlich groß, manche Ränder sind angefressen, weil keine Pestizide gespritzt werden. Wer durch eine Pflanzung läuft, muss den Kopf einziehen. An manchen Bäumen sitzen Spinnweben zwischen den Zweigen.
Eine Schrift aus dem Jahr 1734
Im Jahr 1717 wurde Lu Tingcan (陆廷灿) zum Magistrat des Kreises Chong'an ernannt, der heute Wuyishan-Stadt heißt. Er amtierte fünf Jahre. In dieser Zeit beobachtete er, wie auf den Felsen über dem Fluss Tee gepflückt und verarbeitet wurde, sammelte ältere Schriften, schrieb selbst, und veröffentlichte 1734 unter dem Titel Xù Chájīng (續茶經), "Fortsetzung des Tee-Klassikers", ein Werk, das er als Anschluss an Lu Yus Chájīng aus dem 8. Jahrhundert verstand. Im unteren Band des Buches stand die Stelle, die heute jeder chinesische Tee-Historiker zitiert, wenn er die Frage nach der ursprünglichen Bedeutung des Worts xiǎozhǒng stellt:
「武夷茶在山上者為岩茶,水邊者為洲茶。岩茶為上,洲茶次之。岩茶北山者為上,南山者次之。兩山又以所產之巖為名,其最佳者,名曰工夫茶。工夫之上,又有'小種',則以樹為名,每洲不過數兩,不可多得。」
Wǔyí chá zài shān shàng zhě wéi yánchá, shuǐ biān zhě wéi zhōuchá. Yánchá wéi shàng, zhōuchá cì zhī. … Qí zuì jiā zhě, míng yuē gōngfū chá. Gōngfū zhī shàng, yòu yǒu xiǎozhǒng, zé yǐ shù wéi míng, měi zhōu bùguò shù liǎng, bùkě duō dé.
Der Wuyi-Tee, der oben am Berg wachse, heiße Felsentee; der am Wasser wachse, Inseltee. Der Felsentee stehe höher; und die besten Felsentees trügen den Namen ihres jeweiligen Felsens. Der allerbeste Felsentee aber heiße gōngfū-Tee. Und über dem gōngfū stehe noch der xiǎozhǒng — der "kleinen Sorte" —, der nach einem einzelnen Baum benannt sei und von dem in jeder Geländekammer nicht mehr als ein paar Liang im Jahr gepflückt würden, ein paar hundert Gramm; nicht mehr zu bekommen.
In Lu Tingcans Sortierung, 1734, stand xiǎozhǒng für den Tee eines einzelnen, namentlich bekannten Baums. Iřḳaülëu̇ saß neben Lu Tingcan und sah die Schriftzeichen auf das Papier kommen. Yǐ shù wéi míng — nach dem Baum benannt. Die Tinte war an diesem Abend schwarz; am nächsten Morgen, als das Papier durchgetrocknet war, war sie dunkelbraun.
Manche dieser Bäume hatten Namen wie Tieluóhàn (鐵羅漢, "Eiserner Arhat"), Báijīguān (白雞冠, "Weißer Hahnenkamm"), Shuǐliándòng (水簾洞, "Wasservorhang-Grotte"). Aus einem solchen Baum kamen, mit Glück, dreihundert Gramm Tee in einem guten Frühling.
Die Umkehrung in den Bergen und in der Stadt
In einer anderen Schrift desselben Jahrhunderts, Piànkè Yúxián Jí (片刻余閒集) von Liu Jing, einem Beamten und Gelegenheitsschriftsteller, stand die Stufenleiter der Wuyi-Felsentees noch feiner aufgereiht:
「岩茶中最高老者曰老樅小種,次則小種,次則小種工夫,次則工夫,次則工夫花香,次則花香。」
Yánchá zhōng zuì gāolǎo zhě yuē lǎocōng xiǎozhǒng, cì zé xiǎozhǒng, cì zé xiǎozhǒng gōngfū, cì zé gōngfū, cì zé gōngfū huāxiāng, cì zé huāxiāng.
Sechs Stufen, in denen xiǎozhǒng und gōngfū zu einer Verschachtelung aus zwei Wörtern werden: alter Stamm-xiǎozhǒng, xiǎozhǒng, xiǎozhǒng-gōngfū, gōngfū, gōngfū-Blütenduft, Blütenduft. Die Wörter bestiegen einander.
In den 1840er Jahren — die Mandschu-Dynastie regierte noch, aber der Opiumkrieg war schon ausgefochten — schrieb der Beamte und Essayist Liang Zhangju (梁章鉅) in Guītián Suǒjì (歸田瑣記), einer Sammlung kleiner Erinnerungen aus dem Ruhestand:
「今城中州府官廨及豪富人家競尚武夷茶,最著者曰花香,其由花香等而上者曰小種而已。山中則以小種為常品,其等而上者曰名種。」
Jīn chéng zhōng zhōufǔ guānxiè jí háofù rénjiā jìng shàng Wǔyí chá, … shān zhōng zé yǐ xiǎozhǒng wéi chángpǐn, qí děng ér shàng zhě yuē míngzhǒng.
In den Stadthäusern der Beamten und Reichen, schrieb Liang, gelte heute xiǎozhǒng als eine der höchsten Wuyi-Sorten. In den Bergen aber — bei den Bauern, die den Tee pflücken — gelte xiǎozhǒng als ein gewöhnlicher Alltagstee, und über ihm rangierten erst die míngzhǒng, die berühmten Sorten.
In Tongmu kochte ein Bauer im ersten Mondmonat einen Krug xiǎozhǒng und stellte einen Teller gerösteter Erdnüsse daneben. Im selben Mondmonat öffnete in Fuzhou ein Beamter eine kleine Dose, ließ den dünnen Klang des Deckels gegen den Blechrand hören und reichte den Gästen den xiǎozhǒng in Schalen aus weißem Porzellan.
Im Hafen von Xiamen
Die Männer am Kai von Xiamen sprachen Hokkien. Der Hafen lag etwa zweihundert Kilometer südlich der Wuyi-Berge; von dort kamen die Teeballen über das Bergland und den Min-Fluss, in Zedernholzkisten verpackt, mit Stroh gepolstert. Auf den Kisten stand mit Pinseltusche der Name der Region. In Xiamen wurden die Kisten gewogen, umgepackt, in größere Lade-Einheiten zusammengestellt; die Männer riefen einander Worte zu, von denen die holländischen und englischen Schreiber, die mit ihren Listenbüchern an den Kontorpulten saßen, nur die Laute hörten und nicht die Schriftzeichen kannten.
Siáu-chióng, sagten die Männer am Kai zu den Blättern aus den unteren Pflückungen, den gröberen Pflückungen, den Blättern, die nicht in die ersten drei Sortierungen kamen. Der holländische Schreiber notierte in seinem Buch Souchong. Die Tinte trocknete in der feuchten Hafenluft langsam; an manchen Tagen blieb das Papier eine Stunde lang feucht, bevor das Buch wieder zugeklappt werden konnte.
Bai-hou, sagten dieselben Männer zu den weißen Knospen. Der Schreiber notierte Pekoe. Bú-î sagten sie zu Wuyi, und der Schreiber schrieb Bohea. Kang-hu sagten sie zu der akkuraten, vielfach gesiebten Sorte, und der Schreiber schrieb Congou.
Iřḳaülëu̇ stand neben dem Pult und sah zu. Eine Möwe saß auf einer der Teekisten, wartete, flog auf, kam zurück. Iřḳaülëu̇ schrieb nichts auf.
Nördlich von Xiamen, in einem anderen Hafen, sprach man eine andere Sprache. Fuzhou liegt am Unterlauf des Min, dreihundert Kilometer nördlich; dort sprachen die Bootsleute und Lagerarbeiter Foochow-Min, einen anderen Dialekt der Min-Sprachfamilie. La hieß in Foochow die Kiefer, Sang hieß das Holz. Die geräucherten Teeladungen aus dem Tongmu-Pass, die in Fuzhou auf die Schiffe gingen, kamen unter einem Wort an, das die Schreiber aus zwei Häfen zu einem englischen Eigennamen zusammensetzten: Lapsang Souchong. Die Kiefer aus Fuzhou. Die kleine Sorte aus Xiamen. Beide in einem englischen Wort eingeschlossen, das niemand mehr aufknotete.
Das Oxford English Dictionary verzeichnet das Wort Pekoe erstmals 1726, Souchong erstmals 1761. Bohea war in englischen Schriften schon im späten 17. Jahrhundert geläufig. Die Wörter waren in den Hafenkontoren ein Menschenalter älter, bevor sie in den Wörterbüchern standen.
Die Vereinfachung in den europäischen Teelisten
In den Listenbüchern der englischen und holländischen Auktionshäuser des 18. Jahrhunderts ordneten sich die chinesischen Worte zu einer Stufenleiter, die einer einfacheren Idee folgte als der Wuyi-Sortierung: von der Knospe an der Spitze des Triebs nach unten zum vierten oder fünften Blatt.
| Position am Trieb | Englischer Name |
|---|---|
| Knospe (oben) | Pekoe |
| ↓ | Pekoe-Souchong |
| ↓ | Souchong |
| ↓ | Congou |
| älteres Blatt (unten) | Bohea |
In dieser europäischen Tabelle stand Souchong für das vierte Blatt von oben — eine grobere, ältere Pflückung. Xiǎozhǒng, das in den Wuyi-Bergen den seltensten Felsentee bezeichnet hatte, den Tee eines einzelnen namentlich bekannten Baums, war im Auktionsbuch von Mincing Lane der Name einer mittleren Qualität.
Im September 1706 öffnete Thomas Twining in der Strand-Straße in London ein Geschäft, das Tee verkaufte. Achtzehn Sorten standen in seinem ersten Sortimentsverzeichnis. Drei davon waren Congou. Das Geschäft besteht heute noch in derselben Straße; die Adresse heißt 216 Strand. Im Schaufenster sieht der Vorübergehende eine Goldschrift auf grünem Grund.
Im Dezember 1773 warfen einige als Mohawk verkleidete Männer im Hafen von Boston dreihundertvierzig Kisten Tee in das winterliche Wasser. Zweihundertvierzig der Kisten enthielten Bohea. Der Hafen war eisig; die Holzkisten trieben eine Weile auf dem Wasser, bevor sie aufschlugen und sanken.
Zwischen 1757 und 1781 verzeichneten die Bücher der Niederländischen Ostindien-Kompanie für den Tee aus China ein konstantes Verhältnis: 80,5 Prozent der Ladungen kamen als schwarzer Tee, und innerhalb dieses schwarzen Tees teilten sich Congou, Souchong und Pekoe die Anteile etwa wie 13 zu 5 zu 1,5. Souchong lag im Mittelfeld der Preise, zwischen dem teuren Pekoe und dem groben Bohea.
In China sagte ein Bauer in Tongmu xiǎozhǒng und meinte den Tee von einem einzelnen Baum. In London schrieb ein Auktionator Souchong und meinte das vierte Blatt von oben.
Das Kiefernholz von Foochow
Die geräucherte Variante, deren Geschichte aus dem Tongmu-Pass — die einquartierte Truppe, die trocknenden Blätter, das Feuer aus Pinus massoniana — an anderer Stelle dieses Werks ausführlicher steht, kam in Fuzhou auf die Schiffe, die nach Westen liefen. Dort, an den Lagerschuppen am Min-Fluss, sprachen die Männer Foochow. Die Kisten standen unter einem Vordach, weil im Winter Regen fiel. Auf den Kisten stand mit Pinseltusche das Zeichen für Felsentee, 岩茶, das in Amsterdam später keiner lesen konnte.
Iřḳaülëu̇ stand am Kai von Fuzhou und sah, wie eine Kiste an einem Hanfseil gehoben und in den Laderaum gesenkt wurde. Die Männer am Boden riefen La-Sang. Der Schreiber an der Reling schrieb Lapsang. Iřḳaülëu̇ schrieb wieder nichts auf. Über dem Hafen zog ein dünner Streifen Rauch aus den Räucherhütten am Berghang in Tongmu nordwestlich aufwärts; ein Bauer dort warf ein neues Scheit Kiefernholz in die Glut.
Auf dem Schiff, das zwölf Monate später in Amsterdam ankam, lagen die Wuyi-Kisten neben Säcken aus Java und Holzfässern aus Bengalen. Die zwei chinesischen Wörter waren auf der Reise zu einem englischen Wort geworden, in dem sich die Geographie zweier Häfen zusammenfaltete.
Ein Glas im mittleren Regal
In der Hamburger Teehandlung, im Frühling 2026, steht das Glas im mittleren Regal. Das Etikett ist beige; die Schrift dunkelbraun; das Format quadratisch. Lapsang Souchong, China, 100 g, 9,80 €. Wer den Deckel öffnet, riecht zuerst das Holz, dann das Feuer, dann eine süße Note darunter, die an gebackene Pflaume erinnert. Manche Kunden kaufen das Glas, um den Tee zu kochen. Andere kaufen es, um das Glas zu öffnen und daran zu riechen, und es ungeöffnet wieder zu verschließen. Wieder andere reiben einen Teelöffel der Blätter in eine Marinade für Schweinebauch.
In dem Geruch, der aus dem Glas aufsteigt, ist die kleinblättrige càichá-Pflanze von den steilen Hängen über dem Tongmu-Pass nicht mehr enthalten. Der Bauer, der einmal von einem einzelnen Felsentee dreihundert Gramm im Jahr pflückte, ist nicht mehr enthalten. Liang Zhangjus Beobachtung, dass xiǎozhǒng in den Bergen ein Alltagstee und in der Stadt eine Spitzensorte sei, ist nicht mehr enthalten. Siáu-chióng aus dem Hafen von Xiamen ist nicht mehr enthalten. Was geblieben ist, ist Kiefernrauch.
Iřḳaülëu̇ stand zwischen den Regalen und sah das Glas an. Er roch nicht daran. Vor der Ladentür fiel ein leichter Frühlingsregen; der Asphalt schimmerte. Iřḳaülëu̇ ging hinaus.
GB/T 13738.3-2012
Im Jahr 2012 verabschiedete die staatliche Normungsbehörde der Volksrepublik China den Teil 3 der nationalen Norm GB/T 13738, betreffend den xiǎozhǒng-Schwarztee. Der Wortlaut beschreibt das Erzeugnis als einen Tee, der aus Knospen, Blättern und jungen Stängeln der Teepflanze hergestellt sei, durch Welken (mit oder ohne Beräucherung mit Kiefernrauch), Rollen, Oxidation und Trocknen (mit oder ohne Beräucherung mit Kiefernrauch), und durch eine anschließende Sortierung. Die Norm umfasst acht Druckseiten, hat einen roten Einband und ein weißes Schriftbild. Sie liegt in den Bibliotheken der chinesischen Tee-Hochschulen, in den Büros der Zollbeamten an den Exporthäfen, auf den Schreibtischen der Qualitätsprüfer in den Verarbeitungsbetrieben.
Im Jahr 2023 nahm die Internationale Organisation für Normung (ISO) eine Klassifikation an, die die chinesische sechsteilige Tee-Systematik in das internationale Regelwerk übersetzte. Innerhalb der Kategorie Schwarztee unterschied die ISO-Norm die vier Untergruppen: traditioneller Schwarztee, gebrochener Schwarztee, Gongfu-Schwarztee, xiǎozhǒng-Schwarztee. Das chinesische Wort, das mit einem Bauern und einem einzelnen Baum begonnen hatte, war in der Sprache der Welt-Teeindustrie angekommen.
Drei Jahrhunderte
1734, Wuyi-Berge:
「工夫之上,又有'小種',則以樹為名,每洲不過數兩,不可多得。」
2026, Hamburg:
Lapsang Souchong, China, 100 g, 9,80 €.
Wer das Wort heute ausspricht, spricht ohne es zu wissen die Sprachen zweier Häfen, die Form eines Berghangs, und den Geruch eines Holzes aus, das einmal an einem chinesischen Feuer gebrannt hat. Die Möwe von Xiamen ist im Wort nicht mehr zu hören. Die schwarze Tinte, die in der Hafenluft langsam trocknete, ist im Wort nicht mehr zu sehen. Aber sie sind nicht ganz fortgegangen; sie sind nur verschlossen, wie ein altes Geschäft im Strand 216, das man vom Bürgersteig aus sieht und durch dessen Fenster eine Goldschrift auf grünem Grund schimmert, hinter der seit dreihundert Jahren Tee verkauft wird.
Glossar
- 武夷山 (Wǔyíshān) — Wuyi-Gebirge, im Norden der Provinz Fujian; UNESCO-Welterbe, Heimat der ältesten chinesischen Schwarztee-Tradition.
- 桐木 (Tóngmù) — Tongmu-Pass, Mikroregion innerhalb des Wuyi-Gebirges, Ursprungsort des zhèngshān xiǎozhǒng.
- 菜茶 (càichá) — Lokalvarietät der kleinblättrigen Teepflanze in Wuyi; halbwilde, vielfältige Population.
- 岩茶 (yánchá) — Felsentee; Wuyi-Tee, der oben am Berg auf den Felsen wächst.
- 工夫 (gōngfū) — Arbeit, Zeit, Sorgfalt; in der Tee-Sprache: Tee, der eine vielfache Sortierung durchlaufen hat.
- 小種 (xiǎozhǒng) — wörtlich "kleine Sorte"; in der Tee-Sprache je nach Kontext: kleinblättrige Varietät, Tee von einem einzelnen Baum, oder Pflückung der unteren Blätter.
- 正山 (zhèngshān) — "der eigentliche Berg"; im Tee-Kontext: aus dem Tongmu-Pass stammend, zur Unterscheidung von Imitaten.
- 陸廷燦 (Lù Tíngcàn) — chinesischer Beamter und Tee-Autor des frühen 18. Jahrhunderts; Verfasser des Xù Chájīng (1734).
- 梁章鉅 (Liáng Zhāngjù) — Beamter und Essayist des 19. Jahrhunderts; Verfasser des Guītián Suǒjì.
- Hokkien (闽南话) — die südminische Sprachfamilie, in Xiamen und Umgebung gesprochen.
- Foochow (福州话) — die ostminische Sprache, in Fuzhou gesprochen.
- Bohea, Pekoe, Souchong, Congou — englische Tee-Worte aus dem 18. Jahrhundert, alle aus den Min-Sprachen Fujians ins Englische übergegangen.
- Mincing Lane — Straße in der Londoner City, im 18. und 19. Jahrhundert das Zentrum des britischen Tee- und Gewürzhandels.
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