Gaiwan

Herkunft Das Gaiwan 蓋碗 gilt als altes Gerät, über tausend Jahre alt. Die Überlieferung führt es in die Tang-Zeit (7. bis 10. Jahrhundert) zurück, zu der Tochter des Cui Ning 崔寧, des Militärgouverneurs von West-Sichuan und Präfekten von Chengdu in der Jianzhong-Periode, 780 bis 783. Manche setzen den Ursprung noch früher an, in die Han-Zeit … Weiterlesen

Mǐzhuān. Der rote Ziegel.

Mǐzhuān-Ziegeltee der Marke Lokomotive aus Zhào-Lǐqiáo, Vorder- und Rückseite des gepressten roten Teeziegels

I. Der Ziegel Ein Ziegel aus Tee. 23,7 Zentimeter lang, 18,7 Zentimeter breit, 2,4 Zentimeter hoch, 1125 Gramm schwer. Die Oberfläche glänzt schwarzbraun, die Kanten stehen scharf, die Flächen liegen glatt. Auf der Vorderseite, im Relief erhaben, ein Ehrenbogen, Páifāng 牌坊, oder eine Lokomotive, Huǒchētóu 火车头. Das Relief wurde nicht aufgedruckt und nicht eingeprägt, nachdem … Weiterlesen

Der Graf und der Mandarin

An einem Fluss in China, so wird erzählt, fiel der Sohn eines hohen Beamten ins Wasser. Ein Mann aus dem Gefolge des Earl Grey sprang ihm nach, fasste ihn in der Strömung, trug ihn ans Ufer. Der Vater suchte nach einem Dank, und kein gewöhnlicher reichte an das Leben eines Sohnes heran. Er ließ seinen … Weiterlesen

Die Teebombe

Im Winter 1916 saß ein Soldat an der Westfront in einem Unterstand. Draußen war es kalt, der Boden gefroren, in der Ferne schlugen Granaten ein. Der Unterstand roch nach feuchter Erde. Vor dem Soldaten stand ein Becher mit heißem Wasser, aus dem es dampfte, und in der Hand hielt er einen kleinen Beutel aus Mull, … Weiterlesen

Das Ding am Faden

Anna Maria ist zu Hause angekommen, nach einem ganzen Tag Arbeit ist sie schon ziemlich erschöpft. Sie kippt das Fenster in der kleinen Küche, und sofort kommt das Zwitschern der Amseln herein. Sie fühlt sich besser. Sie kocht Wasser, holt sich irgendeine Tasse aus der Kommode, macht die Teeschublade auf, in der sieben oder acht … Weiterlesen

Ein Schwiegersohn, hingerichtet für Tee

Der Fall Ouyang Lun Der Ming-Gründer Zhu Yuanzhang. Kaiserliches Bildnis (明太祖坐像), Farben auf Seide, Ming-Zeit. Nationales Palastmuseum, Taipeh (國立故宮博物院). Zhu Yuanzhang kam aus dem Nichts. Als Kind bitterarmer Bauern verlor er in einer Hungersnot fast seine ganze Familie; um zu überleben, trat er als Knabe in ein Kloster ein und zog später, als auch dort … Weiterlesen

Teemärchen aus dem ›Buch der Wunder‹

Vor etwa siebzehnhundert Jahren sammelte ein chinesischer Daoist seltsame Begebenheiten in einem ›Buch der Wunder‹, dem 《神異記》 (Shén Yì Jì). Das Buch ist längst zerfallen, und nur Splitter sind davon geblieben. Zwei dieser Splitter erzählen vom Tee — und in beiden gehört der Tee nicht den Menschen, sondern den Unsterblichen und den Geistern der Berge. … Weiterlesen

Der heimliche Tee des Tyrannen

Sūn Hào (孫皓), der letzte König des Reiches Wu (吳), liebte den Wein und gönnte ihn auch seinen Beamten — ob sie wollten oder nicht. Wer an seiner Tafel saß, hatte zu trinken, und zwar nach Maß: sieben Maß für jeden, den Trinkfesten wie den Schwachen. Was nicht durch die Kehle ging, wurde nachgegossen, bis … Weiterlesen

Ein Vertrag aus Bosheit

Kolorierte Umrisszeichnung des Gelehrten Wang Bao

Wie der älteste Tee der Welt in eine Sklavenurkunde kam Es begab sich im Lande Shu (蜀), vor mehr als zweitausend Jahren, daß ein Gelehrter namens Wáng Bāo (王褒) eine Weile im Hause einer Witwe wohnte, Yáng Huì (楊惠). Die Witwe hielt einen bärtigen Knecht, Biànliǎo (便了), und immer wieder schickte der Gast ihn aus, … Weiterlesen

Als der Tee noch ein Gemüse war

Umrisszeichnung des Ministers Yan Ying (Yanzi) aus einem Buch der Ming-Zeit

Es begab sich vor mehr als zweitausend Jahren, im Reiche Qi (齊) an der östlichen See, daß ein Mann namens Yàn Yīng (晏嬰) ein ganzes Land lenkte. Er war der erste Minister am Hofe des Herzogs Jing von Qi (齊景公), und seine Hand wog schwer in allen Geschäften des Staates. Für seine Sparsamkeit aber war … Weiterlesen