Das Schwälblein holt den Ziegel

缸 — Der Becher Es war Anfang der achtziger Jahre, ein Hof im Norden, früher Morgen. In der Luft hing Kohlerauch, über den niedrigen Dächern lag noch die Kälte der Nacht, die sich nur langsam aus den Höfen zog. Vom Lautsprecher auf dem Dach kam, wie an jedem Morgen, das Lied von der kleinen Schwalbe, … Weiterlesen

Gaiwan

Herkunft Das Gaiwan 蓋碗 gilt als altes Gerät, über tausend Jahre alt. Die Überlieferung führt es in die Tang-Zeit (7. bis 10. Jahrhundert) zurück, zu der Tochter des Cui Ning 崔寧, des Militärgouverneurs von West-Sichuan und Präfekten von Chengdu in der Jianzhong-Periode, 780 bis 783. Manche setzen den Ursprung noch früher an, in die Han-Zeit … Weiterlesen

Mǐzhuān. Der rote Ziegel.

Mǐzhuān-Ziegeltee der Marke Lokomotive aus Zhào-Lǐqiáo, Vorder- und Rückseite des gepressten roten Teeziegels

I. Der Ziegel Ein Ziegel aus Tee. 23,7 Zentimeter lang, 18,7 Zentimeter breit, 2,4 Zentimeter hoch, 1125 Gramm schwer. Die Oberfläche glänzt schwarzbraun, die Kanten stehen scharf, die Flächen liegen glatt. Auf der Vorderseite, im Relief erhaben, ein Ehrenbogen, Páifāng 牌坊, oder eine Lokomotive, Huǒchētóu 火车头. Das Relief wurde nicht aufgedruckt und nicht eingeprägt, nachdem … Weiterlesen

Ein Schwiegersohn, hingerichtet für Tee

Der Fall Ouyang Lun Der Ming-Gründer Zhu Yuanzhang. Kaiserliches Bildnis (明太祖坐像), Farben auf Seide, Ming-Zeit. Nationales Palastmuseum, Taipeh (國立故宮博物院). Zhu Yuanzhang kam aus dem Nichts. Als Kind bitterarmer Bauern verlor er in einer Hungersnot fast seine ganze Familie; um zu überleben, trat er als Knabe in ein Kloster ein und zog später, als auch dort … Weiterlesen

Teemärchen aus dem ›Buch der Wunder‹

Vor etwa siebzehnhundert Jahren sammelte ein chinesischer Daoist seltsame Begebenheiten in einem ›Buch der Wunder‹, dem 《神異記》 (Shén Yì Jì). Das Buch ist längst zerfallen, und nur Splitter sind davon geblieben. Zwei dieser Splitter erzählen vom Tee — und in beiden gehört der Tee nicht den Menschen, sondern den Unsterblichen und den Geistern der Berge. … Weiterlesen

Der heimliche Tee des Tyrannen

Sūn Hào (孫皓), der letzte König des Reiches Wu (吳), liebte den Wein und gönnte ihn auch seinen Beamten — ob sie wollten oder nicht. Wer an seiner Tafel saß, hatte zu trinken, und zwar nach Maß: sieben Maß für jeden, den Trinkfesten wie den Schwachen. Was nicht durch die Kehle ging, wurde nachgegossen, bis … Weiterlesen

Ein Vertrag aus Bosheit

Kolorierte Umrisszeichnung des Gelehrten Wang Bao

Wie der älteste Tee der Welt in eine Sklavenurkunde kam Es begab sich im Lande Shu (蜀), vor mehr als zweitausend Jahren, daß ein Gelehrter namens Wáng Bāo (王褒) eine Weile im Hause einer Witwe wohnte, Yáng Huì (楊惠). Die Witwe hielt einen bärtigen Knecht, Biànliǎo (便了), und immer wieder schickte der Gast ihn aus, … Weiterlesen

Als der Tee noch ein Gemüse war

Umrisszeichnung des Ministers Yan Ying (Yanzi) aus einem Buch der Ming-Zeit

Es begab sich vor mehr als zweitausend Jahren, im Reiche Qi (齊) an der östlichen See, daß ein Mann namens Yàn Yīng (晏嬰) ein ganzes Land lenkte. Er war der erste Minister am Hofe des Herzogs Jing von Qi (齊景公), und seine Hand wog schwer in allen Geschäften des Staates. Für seine Sparsamkeit aber war … Weiterlesen

Chashu — ein Kompendium des Aufgusses, 1597

Zwei Jahre nach Zhang Yuans Chalu erschien das ausführlichste Teebuch der späten Ming-Zeit. Wo Zhang Yuan das Handwerk auf wenige Seiten verknappte, breitete Xu Cishu die ganze Welt des Tees aus, vom Hang, an dem das Blatt wächst, bis zur Stunde, in der die Schale gereicht wird. I. Xu Cishu und sein Buch Jedes Frühjahr, … Weiterlesen

Chapu — ein Handbuch des losen Tees, 1440

《茶譜》— ein Handbuch des losen Tees, 1440 Im neunten Monat des Jahres 1391, im vierundzwanzigsten Jahr der Hongwu-Ära der frühen Ming, ging ein kaiserlicher Erlass an die Teebauern der Tributgebiete. Die zwei wichtigsten Anbaugebiete waren damals 建寧 Jiànníng im heutigen Fujian und 陽羨 Yángxiàn im heutigen Jiangsu. Beide hatten seit der Song-Zeit gepresste Teeziegel nach … Weiterlesen