Das Ding am Faden

Anna Maria ist zu Hause angekommen, nach einem ganzen Tag Arbeit ist sie schon ziemlich erschöpft. Sie kippt das Fenster in der kleinen Küche, und sofort kommt das Zwitschern der Amseln herein. Sie fühlt sich besser. Sie kocht Wasser, holt sich irgendeine Tasse aus der Kommode, macht die Teeschublade auf, in der sieben oder acht … Weiterlesen

Ein Schwiegersohn, hingerichtet für Tee

Der Fall Ouyang Lun Der Ming-Gründer Zhu Yuanzhang. Kaiserliches Bildnis (明太祖坐像), Farben auf Seide, Ming-Zeit. Nationales Palastmuseum, Taipeh (國立故宮博物院). Zhu Yuanzhang kam aus dem Nichts. Als Kind bitterarmer Bauern verlor er in einer Hungersnot fast seine ganze Familie; um zu überleben, trat er als Knabe in ein Kloster ein und zog später, als auch dort … Weiterlesen

Teemärchen aus dem ›Buch der Wunder‹

Vor etwa siebzehnhundert Jahren sammelte ein chinesischer Daoist seltsame Begebenheiten in einem ›Buch der Wunder‹, dem 《神異記》 (Shén Yì Jì). Das Buch ist längst zerfallen, und nur Splitter sind davon geblieben. Zwei dieser Splitter erzählen vom Tee — und in beiden gehört der Tee nicht den Menschen, sondern den Unsterblichen und den Geistern der Berge. … Weiterlesen

Der heimliche Tee des Tyrannen

Sūn Hào (孫皓), der letzte König des Reiches Wu (吳), liebte den Wein und gönnte ihn auch seinen Beamten — ob sie wollten oder nicht. Wer an seiner Tafel saß, hatte zu trinken, und zwar nach Maß: sieben Maß für jeden, den Trinkfesten wie den Schwachen. Was nicht durch die Kehle ging, wurde nachgegossen, bis … Weiterlesen

Ein Vertrag aus Bosheit

Kolorierte Umrisszeichnung des Gelehrten Wang Bao

Wie der älteste Tee der Welt in eine Sklavenurkunde kam Es begab sich im Lande Shu (蜀), vor mehr als zweitausend Jahren, daß ein Gelehrter namens Wáng Bāo (王褒) eine Weile im Hause einer Witwe wohnte, Yáng Huì (楊惠). Die Witwe hielt einen bärtigen Knecht, Biànliǎo (便了), und immer wieder schickte der Gast ihn aus, … Weiterlesen

Als der Tee noch ein Gemüse war

Umrisszeichnung des Ministers Yan Ying (Yanzi) aus einem Buch der Ming-Zeit

Es begab sich vor mehr als zweitausend Jahren, im Reiche Qi (齊) an der östlichen See, daß ein Mann namens Yàn Yīng (晏嬰) ein ganzes Land lenkte. Er war der erste Minister am Hofe des Herzogs Jing von Qi (齊景公), und seine Hand wog schwer in allen Geschäften des Staates. Für seine Sparsamkeit aber war … Weiterlesen

The Book of Tea — Okakura Kakuzō (1906)

The Book of Tea (japanisch 茶の本, Cha no Hon) ist ein 1906 erschienener Essay des japanischen Kunsthistorikers und Schriftstellers Okakura Kakuzō (岡倉覚三, 1862/63–1913). Das Werk wurde in englischer Sprache verfasst und wandte sich an ein westliches Publikum. Es ist keine Anleitung zur Zubereitung von Tee, sondern die Darstellung einer Lebenshaltung, die Okakura „Teeismus" (englisch Teaism) … Weiterlesen

Xu Chajing – Ein Buch aus Büchern. Lu Tingcans Kompilation von 1734

I. Überblick Das 《續茶經》 ist die umfangreichste alte Teeschrift Chinas. Es entstand 1734 im südchinesischen Chong'an, wo Lù Tíngcàn 陸廷燦 als Distriktmagistrat im Anbaugebiet des Wǔyí-Tees 武夷 Dienst tat. Mit rund siebzigtausend Zeichen in drei Bänden und einem Anhang ist es etwa zwanzigmal länger als der Klassiker, den es fortsetzt, das 《茶經》 des Lù Yǔ … Weiterlesen

Chajie — eine Erläuterung des Anbaus, 1609

I. Der Verfasser und seine Zeit Seit alters teilte sich die chinesische Gesellschaft in Beamte und Volk, und der Abstand zwischen beiden bestimmte fast jeden Lebensweg. Einige gingen an dieser Ordnung vorbei. Luó Lǐn 羅廩 aus Cíxī 慈溪 bei Ningbo war ein solcher, ein Mann ohne Amt, der sein Leben der Kalligraphie und dem Tee … Weiterlesen

Chashu — ein Kompendium des Aufgusses, 1597

Zwei Jahre nach Zhang Yuans Chalu erschien das ausführlichste Teebuch der späten Ming-Zeit. Wo Zhang Yuan das Handwerk auf wenige Seiten verknappte, breitete Xu Cishu die ganze Welt des Tees aus, vom Hang, an dem das Blatt wächst, bis zur Stunde, in der die Schale gereicht wird. I. Xu Cishu und sein Buch Jedes Frühjahr, … Weiterlesen